Brand in Seniorenheim: Ursache des Brands im Seniorenheim weitgehend geklärt

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Laut Polizei ist etwas Brennendes in einen Mülleimer auf einem Putzwagen geworfen worden: „Was dies genau war und wer das getan hat, wird noch ermittelt.“ 20 Menschen sind verletzt worden, besonders schwer zwei DRK-Mitarbeiterinnen, die als Erste am Unfallort waren.

Am Tag nach dem Brand am Dienstagnachmittag in einem Seniorenheim in Hillesheim, der einen Großeinsatz von Feuerwehr, Polizei und DRK auslöste, klärt sich die Lage: Verletzt wurden nicht – wie ursprünglich von der Polizei gemeldet – 21, sondern 20 Menschen. Eine Angehörige, die mit ins Krankenhaus ging, war versehentlich mitgezählt worden.

Wie berichtet, wurden zwei Menschen schwer verletzt. Doch ebenfalls anders als von der Einsatzleitung am Dienstagabend mitgeteilt, wurde keine der beiden Schwerverletzten per Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Wiesbaden geflogen. Ein Polizeisprecher teilte am Mittwoch mit: „Es war zunächst geplant, eine der beiden Schwerverletzten in eine Spezialklinik nach Wiesbaden zu fliegen, davon wurde jedoch abgesehen, weil sich ihr Zustand stabilisierte, sodass auch sie im Krankenhaus vor Ort weiterbehandelt werden konnte.“

Bei den beiden Betroffenen handelt es sich nach Angaben der Polizei um zwei Ersthelferinnen des DRK, eine 20- und eine 52-Jährige aus dem Kreis Vulkaneifel, die als Erste am Unfallort waren, „und deswegen am meisten Rauchgas eingeatmet haben“, so der Polizeisprecher. „Die Mitarbeiter des DRK waren nur zufällig vor Ort“, berichtet Nadine Heinze-Lersch, Leiterin des Seniorenzentrums, die selbst ärztlich behandelt werden musste. „Sie führten zum Brandzeitpunkt einen Krankentransport durch.“

Nachdem um 15.24 Uhr die Brandmeldeanlage des Heims ausgelöst wurde, seien etliche Mitarbeiter zum Brandort geeilt, der sich –  Glück im Unglück – in unmittelbarer Nähe eines Feuerlöschers entwickelt habe, erzählt Nadine Heinze-Lersch. „Leider führte das brennende Plastik sofort zu starker Rauchentwicklung.“ Die eingeleitete Evakuierung des Wohntraktes sei erfolgt, bevor die Feuerwehren eintrafen. Die anschließenden Löscharbeiten der Feuerwehr und der Einsatz der Rettungskräfte seien absolut reibungslos verlaufen, sagen Nadine Heinze-Lersch und Monika Schweissgut, die regional zuständige Mitarbeiterin der Maternus-Kliniken-Aktiengesellschaft mit Stammsitz in Berlin, die zufällig in der Nähe war und sofort nach Hillesheim geeilt war.

Großeinsatz in Hillesheim: Die Verletzten wurden in mehrere Krankenhäuser gebracht. Foto: TV/Wilfried Hoffmann

Von den insgesamt 20 Verletzten sind elf über Nacht im Krankenhaus geblieben, neun wurden nach ambulanter Behandlung noch am Montagabend wieder entlassen. Die Verletzten waren auf die Krankenhäuser in Gerolstein, Prüm, Daun und Mechernich (NRW) verteilt worden.

Ingesamt wurden drei Bewohner des Heims, 15 Beschäftigte (zumeist Frauen) und zwei Ersthelferinnen verletzt. Im Einsatz waren neben Notärzten, Rettungssanitätern und Polizisten rund 120 Wehrleute der Feuerwehren aus dem Bereich Hillesheim und Gerolstein.

20 Menschen sind durch Rauchgas im Seniorenzentrum in Hillesheim verletzt worden. Foto: TV/Wilfried Hoffmann

Die Brandursache ist laut Polizei weitgehend geklärt. Der Polizeisprecher sagt: „Es ist etwas Brennendes in den Mülleimer auf einem Putzwagen geworfen worden.“ Was dies genau war und wer das getan hat, soll nun noch ermittelt werden. Die Polizei kündigte an, dies genauer untersuchen zu wollen.

Auch die Staatsanwaltschaft Trier sei informiert worden. Der Polizeisprecher sagte: „Es wird ein Verfahren eröffnet werden.“ Dabei werde es mutmaßlich um Brandstiftung und fahrlässige Körperverletzung in mehreren Fällen gehen. Gelöscht hatte den Brand, nachdem der Warnmelder Feueralarm ausgelöst hatte, zunächst der Hausmeister, dann zusätzlich die Hillesheimer Feuerwehr.

20 Menschen sind durch Rauchgas im Seniorenzentrum in Hillesheim verletzt worden. Foto: TV/Wilfried Hoffmann

Wegen der starken Rauchentwicklung bleibt das Erdgeschoss des Heims auch am Tag darauf nach Angaben der Polizei noch gesperrt. Eine Evakuierung und Verlegung der Bewohner außerhalb des Heims war nach Angaben des stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteurs Karl-Heinz Kunze nicht notwendig gewesen: „Es gab im Haus genügend Platz in nicht betroffenen Bereichen, wohin wir die Bewohner des Erdgeschosses gebracht haben.“

20 Menschen sind durch Rauchgas im Seniorenzentrum in Hillesheim verletzt worden. Foto: TV/Wilfried Hoffmann
Die Leiterin des Seniorenzentrums, Nadine Heinze-Lersch (links), und Monika Schweissgut, die regional zuständige Mitarbeiterin der Maternus-Kliniken, im betroffenen Trakt des Heims: Dort erinnert  nur noch ein schwarzer Fleck an das Geschehen vom Dienstag. Foto: Vladi Nowakowski

Die 15 Bewohner des Wohntrakts waren nach auf andere Bereiche des Heims aufgeteilt worden. Nach einer Grundreinigung können sie in ihre Zimmer zurück. Im betroffenen Trakt erinnert nur noch ein schwarzer Fleck auf dem Parkett im Flur an den Vorfall. „Unsere Mitarbeiter haben sofort beherzt eingegriffen und damit womöglich Schlimmeres verhindert“, sagt die Heimleiterin.