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Vera Merten ist stellvertretende Geschäftsführerin des Gesundland Vulkaneifel

Tourismus : Neues Gesicht fürs Gesundland

Vera Merten ist seit März stellvertretende Geschäftsführerin des Tourismusnetzwerks in der Vulkaneifel. Die 37-Jährige ist Eifel-Rückkehrerin.

Die Vulkaneifel überzeugend „verkaufen“ kann die aus Schönbach stammende Vera Merten sicherlich: Schließlich spezialisierte sie sich im Betriebswirtschafts-Studium auf den Bereich Marketing. Genauso wichtig für ihre neue Aufgabe als stellvertretende Geschäftsführerin des Gesundlands ist es wohl auch, dass sie ganz bewusst entschied, nach etlichen Jahren in einer Metropolregion zurück in ein Eifeldorf zu ziehen. „In der Stadt wird es immer enger und stressiger, hier jedoch habe ich die Erholung direkt vor der Haustür und erlebe selbst, was die Entschleunigung bedeutet, mit der wir um Gäste werben“, sagt sie.

Als sie Teenager war, zogen ihre Eltern aus der Eifel in den Großraum Mainz und erst viele Jahre später wieder zurück. Vera Merten machte unterdessen bei der hessischen Landesverwaltung in Wiesbaden Karriere als Beraterin für Digitalisierung. Vor einigen Jahren dann fragte sie ihre Kinder, ob sie es sich vorstellen könnten, in die Nähe der Großeltern zu ziehen. Ein großes Ja war die Antwort. „Sie genießen es, im Dorf viel mehr Freiräume zu haben als früher, sie können in ihrer Freizeit raus in die Natur und sich dabei sicher fühlen.“

Auch für Vera Mertens funktionierte die Rückkehr sofort. „Von der Entscheidung, in der Eifel ein Zuhause zu suchen, bis zum Umzug dauerte es nur ein halbes Jahr. Denn auch beruflich klappte es auf Anhieb.“ Zunächst fand sie einen guten Job bei einem IT-Unternehmen im Industriepark Region Trier, vor einiger Zeit wurde sie auf die Stellenanzeige des Gesundlands aufmerksam. „Besonders gereizt hat mich, dass ich etwas zur Weiterentwicklung unserer Region beitragen kann. Zudem ist der Arbeitsplatz in Daun für mich natürlich noch besser, ich bin in ein paar Minuten da.“ Das Thema Digitalisierung liegt ihr auch bei der touristischen Weiterentwicklung der Vulkaneifel am Herzen: „Was ist da umsetzbar, was passt zum Markenkern, der ja die Natur und nicht die Technik in den Mittelpunkt rückt, wie stellen sich die Mitwettbewerber online auf… all das sind Fragen, die ich gemeinsam mit dem Team nun verstärkt angehe“, skizziert sie die Perspektiven ihrer neuen Aufgabe. „Aber zunächst bin ich natürlich noch im Findungsprozess, ich bin ja erst rund einen Monat im Job.“ Vor allem die Zuständigkeit für die Touristinfo in Bad Bertrich und später für alle Touristinfos des Gesundlands gehört zu ihrer Verantwortung.

Zwar habe sie vorher nicht im Gesundheits- oder Tourismussektor gearbeitet, aber: „Ich kann den Blick von außen einbringen, das ergänzt sich sehr gut mit den Erfahrungen, die hier schon gemacht wurden. Außerdem liegt es mir sehr, neue Strategien zu entwickeln.“ Ein gesundheitsbewusster Urlaub müsse sich nicht allein auf medizinische Angebote oder Heilmethoden konzentrieren. „Ich muss nicht erst krank sein, um unsere Landschaft als etwas Wohltuendes und positiv Wirksames zu erleben. Der Gast ist dafür nicht zwingend abhängig von Kliniken, Praxen oder ähnlichen Dienstleistern, sondern das Gesundland meint viel mehr.“ Die heilsamen Effekte allein des Aufenthaltes in der Natur seien messbar. Mit ihrer Ursprünglichkeit habe die Region auch im Vergleich mit anderen gesundheitstouristischen Destinationen etwas Einzigartiges: „Der Vulkanismus lässt einen die zeitlichen Dimensionen ganz anders begreifen und so gelassener werden.“