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Verbandsgemeinde Daun lässt Tartanbahn im Wehrbüschstadion für 750 000 Euro erneuern.

Sport : Neuer Belag soll Läufern und Schülern Beine machen

Umbau ist gestartet: Verbandsgemeinde Daun lässt Tartanbahn im Wehrbüschstadion für eine Dreiviertelmillion Euro erneuern. Im Mai soll die neue Anlage fertiggestellt sein.

Dutzende aufgerollte Gummibahnen türmen sich wie auf einem orientalischen Teppichgroßmarkt auf dem Feld hinter dem Fußballtor, ein Arbeiter klopft in mühsamer Handarbeit Kunststoff- und Bitumenreste von den maroden Betonrinnsteinen, schießlich muss der Bauschutt getrennt werden. Ein Baggerfahrer schabt mit seiner Schaufel unentwegt den Bitumenboden, der unter der Laufbahn zum Vorschein kommt, ab und türmt die Überreste zu Haufen auf, ein anderer lädt sie per Hublader auf und kippt sie in den Lastwagen, das Wehrbüschstadion mit abgezogener Kunststofflaufbahn sieht aus wie eine Großbaustelle und nicht mehr wie eine Sportstätte.

So wird es die nächsten Wochen auch bleiben, denn die Firma Cordel aus Wallenborn, spezialisiert auf den Bau von Kunstrasenplätzen und Tartanbahnen, hat gerade erst angefangen mit ihren Arbeiten. Und währenddessen ist das gesamte Stadion samt dem Rasenplatz für den Sportbetrieb gesperrt.

Nach der Planung soll das Areal im Mai wieder nutzbar sein. „Aber nur, wenn wirklich alles glattläuft und auch das Wetter mitspielt. Denn der Gummi kann beispielsweise nur verarbeitet werden, wenn es über acht Grad ist“, wendet Seniorchef Karlheinz Cordel ein. Gemeinsam mit Platzwart Manfred Kamphoff begutachtet er die Arbeiten und bespricht das weitere Vorgehen – zum Beispiel, welches Material wo und wie entsorgt oder aber recycelt wird. Und betont, dass Genauigkeit vor Tempo geht, „denn bei der Abnahme wird exakt darauf geachtet, dass es keine Dellen oder grobe Unebenheiten gibt, sonst müssen wir die gesamte Bahn wieder rausreißen“. Oder dass die 400-Meter-Bahn „maximal eine Längenabweichung von zwei Zentimetern haben darf, wegen der Wettkampfbestimmungen“, sagt Cordel, dessen Firma schon viele Sportstätten gebaut oder auf Vordermann gebracht hat.

Klar ist: „Die neue Laufbahn und die Areale hinter den Toren, wo Sprung-, Wurf- und Multifunktionsflächen entstehen, werden wieder rot“, berichtet Platzwart Kamphoff. Zudem weiß er, dass im Bereich der Weitsprunggrube ein Wasseranschluss verlegt wird, „damit man den Sand im Sommer auch mal befeuchten kann und es dann nicht mehr so staubt“. Und dass künftig alles ebenerdig gestaltet wird: vom Zuschauerbereich hinter der Bande über die neue Laufbahn bis hin zur Rasenspielfläche. Bislang gab es da jeweils rechts und links der Laufbahn eine Kante. „Dafür wird sowohl die innere Umrandung der Laufbahn inklusive Ablaufrinne rausgenommen als auch die äußere Zuschauerbarriere samt Bodenbelag, es werden eine neue Rinne und Bande installiert und es wird ebenerdig beigepflastert“, sagt der Platzwart.

Wie so eine neue Laufbahn gebaut wird, erklärt Fachmann Cordel: „Erst wird der Unterbau hergestellt: zunächst Lava, darauf eine Bitumenschicht. Darauf wird dann ein Gemisch aus Gummigranulat und Kleber mit einem Fertiger aufgebracht – wie beim Autobahnbau. Das ist eine Einheit ohne Kanten. Darauf wird von Hand die rote Kuststoffschicht draufgepachtelt und mit Granulat berieselt. was zuviel ist, wird abgefegt. Die einzelnen Laufbahnen werden danach aufgemalt.“

Die alte Bahn war seit 1992 in Betrieb und wurde rege genutzt: von Vereinen, für Leichtathletikveranstaltungen und besonders für den Schulsport. Da sie inzwischen Risse und Dellen aufwies, sowie Setzungen, wo sich bei Regen Pfützen bildeten, war ihre Erneueung seit Längerem Thema.

 Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun wird rausgerissen und durch eine neue Anlage ersetzt.
Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun wird rausgerissen und durch eine neue Anlage ersetzt. Foto: TV/Mario Hübner
 Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun ist bereits rausgerissen worden, die marode Rinne muss noch entfernt werden. Derzeit wird der Unterbau ausgetauscht. Im Mai soll die neue Anlage fetiggestellt und nutzbar sein. Bis dahin ist die Sportstätte gesperrt.
Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun ist bereits rausgerissen worden, die marode Rinne muss noch entfernt werden. Derzeit wird der Unterbau ausgetauscht. Im Mai soll die neue Anlage fetiggestellt und nutzbar sein. Bis dahin ist die Sportstätte gesperrt. Foto: TV/Mario Hübner
 Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun wird rausgerissen und durch eine neue Anlage ersetzt.
Die fast 30 Jahre alte Tartanbahn im Wehrbüschstadion in Daun wird rausgerissen und durch eine neue Anlage ersetzt. Foto: TV/Mario Hübner

Getan hat sich aber nichts. Denn zwischen der Verbandsgemeinde (VG) Daun als Baulastträger der Anlage und dem Kreis (die in der Trägerschaft des Kreises stehenden Kinder der Dauner Schulen sind Hauptnutzer der Leichtathletik-Anlagen) hat es lange keine Einigung über eine Kostenaufteilung (siehe Extra) gegeben. Da der Kreis bereits vor geraumer Zeit eine finazielle Beteiligung abgelehnt hat, stemmt die VG das 750 000 Euro teure Projekt nun alleine, erhält aber eine Landesförderung.