Verbandsgemeinde Ulmen will von der Energiewende profitieren

Ulmen · Wie bereits die Verbandsgemeinde Kaisersesch will nun auch die VG Ulmen eine kommunale Energieversorgung auf die Beine stellen und damit Gewinne erwirtschaften. Der Verbandsgemeinderat Ulmen hat einstimmig beschlossen, eine entsprechende Gesellschaft zu gründen. Jetzt müssen sich alle Ortsgemeinderäte mit diesem Thema auseinandersetzen und eine gemeinsame Satzung auf den Weg bringen.

Ulmen. Bis spätestens Ende Oktober soll der gemeinsame Entwurf für eine AöR fertig sein, sagt Alfred Steimers, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ulmen. Damit sollen die Interessen der Kommunen bei Windkraft und Solarenergie gewahrt bleiben.
Denn die Gewinne, die bisher von Unternehmen und Privatleuten erwirtschaftet werden, sollen bald zu einem höheren Anteil den Gemeinden zugutekommen. "Es geht zu wie bei einem Windhunderennen. Alle haben die Dollarzeichen vor Augen", sagt Stefan Meiborg vom Gemeinde- und Städtebund, der in Ulmen für die AöR als Gesellschaftsform warb.
Die AöR sei eine schlanke und schnelle Geschäftsform, da sie eigene wirtschaftliche Entscheidungen ohne langwierige Entscheidungsprozesse in Räten treffen könne. Was auf den ersten Blick ein Vorteil ist, kann auch als Nachteil gewertet werden. Die Räte verlieren an Einfluss, wenn hohe Investitionen getätigt werden.
Ein weiterer Nachteil der AöR: "Die Gemeinden haften unbegrenzt für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft", erklärt Meiborg. Zudem sind die Sitzungen der Gesellschaft nichtöffentlich; eine Kontrolle der Entscheidungen der AöR ist damit nur sehr begrenzt möglich.
In den nächsten Wochen und Monaten wird die VG gemeinsam mit dem Gemeinde- und Städtebund eine Satzung entwerfen, die weiterhin diskutiert werden soll. Dazu wird Steimers alle Mitglieder der Ortsgemeinderäte zu einer Info-Veranstaltung einladen. Erst wenn die Satzung fertig ist, die Ortsgemeinden zugestimmt haben und ein Stammkapital zwischen 20 000 und 30 000 Euro aufgebracht wurde, kann die AöR gegründet werden. KR