Verbrechen lohnt sich - für die Besucher

Verbrechen lohnt sich - für die Besucher

Bislang lief beinah alles rund: Das Krimifestival "Tatort Eifel" hat einen mörderisch guten Start hingelegt. Das erstmals auf zehn Tage ausgeweitete Rahmenprogramm stieß auf großen Zuspruch. Das galt auch am Montag bei der Präsentation der Kurzkrimisammlung zum Festival mit Ann-Kathrin Kramer, Jacques Berndorf und Ralf Kramp.

Daun. (fpl) "Corinna Grimm wird zweimal getötet und viermal begraben werden. Die Sache wird folgendermaßen vor sich gehen ...": So beginnt eine der stärksten Geschichten in der Kurzkrimisammlung "Tatort Eifel" (KBV), die zum Festival erscheint und am Montagabend im voll besetzten "Rengener Stübchen" präsentiert wurde.

Titel: "Ungelöst". Autorin: Anke Laufer. Damit gelangte sie ins Finale um den "Deutschen Kurzkrimipreis", der am Samstag, 19. September, beim Gala-Abend des Festivals verliehen wird. Der kühle Ton ist eine der Qualitäten ihrer Geschichte - und genau diesen Ton trifft auch Ann-Kathrin Kramer, die bei der Präsentation der Anthologie und des Hörbuchs am Montag im "Rengener Stübchen" gemeinsam mit Herausgeber Jacques Berndorf und Autor-Verleger Ralf Kramp daraus vorliest.

Ann-Kathrin Kramer beim Krimifestival - eine passende Wahl: "Ich bin Krimileserin und Krimiguckerin - ich mache das schon immer. Und immer gerne."

Und sie ist Krimispielerin: im ARD-"Tatort" und im "Polizeiruf", in der ZDF-Serie "Das Duo", außerdem hat sie derzeit großen Spaß an der lockeren ARD-Reihe "Die Nonne und der Kommissar", wie sie erzählt. Deshalb werde sie das auch weitermachen, während sie beim "Duo" mittlerweile ausgestiegen ist.

Die Geschichte von Anke Laufer hat ihr besonders gefallen (für das Hörbuch hat die Schauspielerin insgesamt acht Stories eingelesen). "Sie hat diese Nüchternheit, dieses Mathematische, ganz Klare - und trotzdem sieht man sofort die Bilder vor Augen. Das, finde ich, ist da sehr gelungen."

Für Ann-Kathrin Kramer ist es übrigens nicht der erste Eifelbesuch: Als Kind sei sie mit ihrer Familie sehr oft in der Gegend gewesen. "Weil wir ganz viel gezeltet haben."Eine ihrer frühesten Erinnerungen: das Pulvermaar. "Da haben wir im Schnee gelegen, mein Bruder und ich. Das war toll." Gutes Stichwort: Anthologie-Herausgeber Jacques Berndorf (Michael Preute), der selbst mit einer düsteren Geschichte vertreten ist, freut sich vor allem über die neuen Autoren, die in die Sammlung aufgenomen wurden: "Manche Geschichten sind ausgesprochen literarisch und verraten ein großes Talent. Ich hoffe nur, dass diese Leute auch weiterschreiben."

Herausgekommen sei jedenfalls "ein gutes Buch, um damit ins Bett zu gehen". Das werden wohl einige an diesem Abend getan haben: Die Besucherschlage beim Signieren ist lang.

Die Besucher - bislang strömen sie regelrecht zum Krimifestival. Organisator Heinz-Peter Hoffmann freut sich über die 100 ganz jungen Teilnehmer bei der Kinderkriminacht ("Das war richtig schön") genauso wie mehr als die 700 Zuhörer beim Auftaktkonzert mit Klaus Doldinger und Uwe Ochsenknecht (der TV berichtete). Ausverkauft auch der Abend mit Sacha Gutzeit im Kerpener "Kleinen Landcafé", der Auftritt von Sebastian Fitzek im Hillesheimer Kriminalhaus oder die "Vulkan"-Premiere im Dauner Kino. Wermutstropfen: Die ebenfalls bereits ausverkaufte Lesung mit Ingo Naujoks fiel aus, weil der Schauspieler krank geworden ist. Er hat aber bereits versprochen, seinen Eifelbesuch nachzuholen, vermutlich noch in diesem Jahr.