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Verbreitung der Schweinepest bereitet Jägern in der Vulkaneifel Sorge

Jagd : Bedrohung durch Afrikanische Schweinepest wird stärker

Die Bilanz des Kreisjagdmeisters Ulrich Umbach auf der Jahreshauptversammlung der Jäger des Kreises Vulkaneifel war durchwachsen: Die Abschusszahlen sind nicht erreicht worden und die Verbreitung einer Seuche bereitet Sorge.

(bb) Die enorme Trockenheit des vorigen Sommers und Herbstes hat auch in der Jagdszene ihre Folgen hinterlassen. „Es war ein schwieriges jagdliches Jahr“, sagte der Kreisjagdmeister Ulrich Umbach vor mehr als 200 Jägern, die sich als Mitglieder der Kreisgruppe Vulkaneifel im Landesjagdverband (LJV) Rheinland-Pfalz und des Rotwildrings Vulkaneifel mit Gästen im Haus Vulkania in Dreis-Brück versammelt hatten. Die Abschusszahlen seien nicht erreicht worden. Dennoch: Mit 679 erlegt gemeldeten Hirschen, Kahlwild (weibliche Tiere) und Hirschkälbern sind das zwar weniger als im Vorjahr (757), aber die Zahlen liegen durchaus noch im Durchschnitt der letzten Jahre. Die Schwarzwildstrecke beträgt (für drei Quartale) 1922 Tiere, die Rehwildstrecke 4198. In einem kleinen Gebiet im Salmwald sind 36 Stück Muffelwild erlegt worden.

   Wenn Umbach das „Damoklesschwert“ zitiert, geht es um die ASP.  „Mit Belgien sehr nahe an unsere rheinland-pfälzischen Reviere herangerückt, mit 700 positiven Fällen, davon allein 400 in diesem Jahr, eine wirkliche Bedrohung“, erklärte er. Umbach appellierte an die Jäger, die Schwarzwildbestände gering zu halten und großflächige, Revier übergreifende Jagden abzuhalten. Es habe sich eine Sachverständigengruppe als „Runder Tisch“ etabliert. Und wenn die ASP tatsächlich ausbreche, greife ein Alarmplan des Landes. Dann würden Jagd- und Betretungsverbote für Kernzonen erlassen. Umbach eindringlich: „Jede tot gefundene Sau muss beprobt werden.“ Doch nicht nur Wildkrankheiten bereiten dem Kreisjagdmeister Sorgen.

Er beobachte, dass die Waidgerechtigkeit nachlasse, erklärte er. Die Nachsuchenpflicht sei ein Grundgebot, um unnötiges Tierleid zu vermeiden, mahnte er. „Da werden zehnjährige Hirsche angeschossen liegen gelassen“, berichtete er.

Der Kreis Vulkaneifel verzichtet auf die Gebühren für die Trichinenuntersuchung an Frischlingen und stellt kostenlos Desinfektionssets bereit. Das erklärte der Kreisbeigeordnete Dieter Demoulin zur ASP. „Die Jagdsteuer ist antiquiert“, sagte der Landtagsabgeordnete Gordon Schnieder und versprach, sie auf den Prüfstand zu stellen.

Gestatten: das Reh! Ein Porträt des Tieres des Jahres 2019 zeichnete als Gastredner Michael Petrak von der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung beim Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen. Klein und leicht, bevorzugt es Gräser, Kräuter, Triebe und Knospen als Nahrung und Wälder mit starkem Unterholz und Lichtungen als Lebensraum. Und es hat einen extrem ausgeprägten Geruchssinn. „Wenn ein schwitzender Jogger unterwegs ist, ist das kein Grund für ein Reh, wegzulaufen. Es weiß, dass keine Gefahr von diesem Menschen ausgeht“, erzählte Petrak.

 Rolf Schu (Zweiter von rechts), Vorsitzender der LJV-Kreisgruppe Vulkaneifel, und sein Stellvertreter Johannes Pinn (rechts) ehrten bei der Jahreshauptversammlung Mitglieder für lange Treue zum Verband.  Fotos (2): Brigitte Bettscheider
Rolf Schu (Zweiter von rechts), Vorsitzender der LJV-Kreisgruppe Vulkaneifel, und sein Stellvertreter Johannes Pinn (rechts) ehrten bei der Jahreshauptversammlung Mitglieder für lange Treue zum Verband. Fotos (2): Brigitte Bettscheider Foto: Brigitte Bettscheider

    Den Geschäftsbericht legten der Vorsitzende Rolf Schu und sein Stellvertreter Johannes Pinn vor, beide seit einem Jahr im Amt. Wildbretvermarktung, Waldjugendspiele, Ehrungen (siehe Info), Jungjägerkurse und Hundeführerlehrgänge – Themen, die ein positives Bild von den Aktivitäten der Kreisgruppe Vulkaneifel widerspiegelten.