1. Region
  2. Vulkaneifel

Verendetes Zicklein erinnert an Einhaltung des Fütterungsverbots

Brot als Todesursache : Verendetes Zicklein am Weinfelder Maar gefunden

Brot als Todesursache: Verendetes Zicklein am Weinfelder Maar gefunden.

(red/aff) Seit mehreren Jahren erfreuen die Ziegen am Weinfelder Maar nicht nur die vielen Maarbesucher. Sie halten das Gelände durch die Beweidung auch offen und leisten auf diese Weise einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des wertvollen Lebensraumes am Maar (siehe Info). Doch das Idyll ist nicht mehr ganz perfekt. Laut Mitteilung der Dauner Gruppe des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) hat sich dort nämlich erneut ein Fall  falsch verstandene Tierliebe ereignet, der zum Tode eines Zickleins führte.

Ein Maarbesucher war auf das verendete Tier gestoßen und hatte darüber das Forum Daun informiert. Von dort wurde wiederum der Halter der Ziegen über den Tod eines seiner Tiere in Kenntnis gesetzt . So konnte er nicht nur das tote Zicklein bergen, er fand auch die Ursache heraus.

Weitere Ziegen, darunter auch der Bock der Herde, hätten mit aufgeblähten Bäuchen eindeutig darauf hingewiesen, was geschehen sein musste: Sie waren mit Brot gefüttert worden. Ziegen geben die in ihrem Pansen, einer großen Gärkammer des Magens, entstehenden Gärgase durch einen besonderen Reflex, den Ruktus, ab. Brot erzeugt mit seinen Kohlenhydraten jedoch ein Übermaß an Gärgasen. Sie können nicht mehr durch das für Wiederkäuer typische, besondere Rülpsen abgeben werden.

Als Folge davon bläht sich der Pansen ungeheuer auf – diese sogenannte Pansentympanie ist für die Tiere lebensbedrohlich. Im Fall des Zickleins führte dies leider nun auch zum Tod. Der Tod der anderen Tiere konnte durch das Eingreifen des Ziegenhalters verhindert werden.

Rund 25 Hektar Weidefläche steht der Ziegenherde am Weinfelder Maar zur Verfügung. Das zur Verfügung stehende Weideland ist damit mehr als ausreichend groß, um alle Ziegen und auch die sieben Esel zu ernähren. Sie brauchen kein zusätzliches Futter.

So lieb es auch gemeint sein mag und soviel Freude des Füttern der Ziegen auch bereitet, Besucher werden mit Nachdruck darum gebeten, kein Futter zum Maar mitzubringen, um den Tieren etwas vermeintlich Gutes zu tun – eine falsche Ernährung kann, wie der traurige aktuelle Fall leider zeigt, fatale Folgen haben. Rund um das Maar steht ausreichend Futter zur Verfügung. Keine Ziege, kein Esel muss hungern und selbst wenn eine Zufütterung nötig wäre, übernähme das der Halter, der Halter, der schließlich am besten weiß, was seine Tiere fressen dürfen und was eben nicht.

Und noch etwas sollte für Maarbesucher selbstverständlich sein: Wer seinen Hund mit zum Maar nimmt, sollte ihn unbedingt anleinen, um die weidenden Tiere nicht zu gefährden. Am Maar haben Ziegen und Esel freien Auslauf, nicht aber Hunde.