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Verfahren gegen Ex-Rechtsanwalt eingestellt

Verfahren gegen Ex-Rechtsanwalt eingestellt

Ein ehemaliger Rechtsanwalt aus Daun hat gestern erneut als Angeklagter vor dem Dauner Amtsgericht gestanden. Der 55-Jährige steht unter Betrugsverdacht, weil er angeblich ohne bezahlen zu wollen ein Auto mietete. Das Gericht stellte das Verfahren vorläufig ein, da der Angeklagte das Geld inzwischen überwiesen haben soll.

Daun. Zu der gestrigen Verhandlung erschien der Angeklagte nicht. Aber sein Verteidiger ergriff das Wort. Der Anwalt erklärte dem Gericht, dass seinem Büro die Überweisung an den Autovermieter vorliege. Auch wenn dieser noch kein Geldeingang verzeichne, sei der Ausgleich der offenen Forderung garantiert auf dem Bankweg unterwegs.

Das Gericht stellte daraufhin, mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft, das Verfahren vorläufig ein. Endgültig wird die Akte jedoch erst geschlossen, wenn das Geld tatsächlich beim Autovermieter eingegangen ist.

Seit neun Jahren ist die finanzielle Misere des Juristen aktenkundig. 2001 habe es mehrere Vollstreckungsbescheide gegen ihn gegeben, erklärte ein Staatsanwalt bereits in einem Betrugsprozess im Dezember 2005. Sogar zwei Haftbefehle seien 2001 beantragt worden, damit er eidesstattliche Versicherungen ablegte, denen er sich entzogen hatte (der Trierische Volksfreund berichtete).

Im Sommer 2005 wurde dem Juristen die Zulassung entzogen. Mehrere Mal stand er seitdem als Angeklagter vor dem Dauner Amtsgericht. Gestern ging es erneut um Betrugsverdacht. Der 55-jährige Angeklagte soll 2008 ein Auto gemietet haben mit der Gewissheit, dass er nicht bezahlen konnte. Der Autovermieter bekam die 1000 Euro als Ausgleich der Rechnung nicht. Er zeigte den Ex-Rechtsanwalt wegen Betrugs an.

Allerdings konnte ihm im Prozessverlauf der Betrug nicht nachgewiesen werden. Es sei eher von einem Betrugsverdacht auszugehen, meinte der Vorsitzende Richter.

Deshalb wurden die ersten zwei Verhandlungstage jeweils mit der Auflage beendet, die Rechnung zu begleichen. Zuletzt beteuerte der ehemalige Jurist vor drei Wochen, dass er mit dem Geld, das er wenige Tage später erhalten sollte, für den Rechnungsausgleich sorgen werde.