Vergleich: 150 000 Euro Abfindung für Dieter Grau

Daun · Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel, Dieter Grau, erhält 150 000 Euro Abfindung, akzeptiert dafür seine Beurlaubung und verzichtet auf eine Schadensersatzklage gegen die Bank. Zudem wird der Hauptsitz der KSK in Daun - wie geplant - für mehrere Millionen Euro umgebaut. Das hat der Verwaltungsrat am Montag beschlossen.

Daun. In drei zentralen Fragen hat der Verwaltungsrat der Kreissparkasse (KSK) Vulkaneifel in seiner Sitzung Antworten herbeigeführt.
Abfindung für Dieter Grau: Der Verwaltungsrat hat dem vom Landgericht ausformulierten Vergleichsvorschlag zugestimmt. Er sieht vor, dass der beurlaubte Sparkassenchef gegen Zahlung einer Abfindung seine Freistellung akzeptiert und auf eine Schadensersatzklage verzichtet. Die Abfindung liegt nach TV-Informationen bei 150 000 Euro. Eine Bestätigung dafür gab es aber weder vom KSK-Verwaltungsratsvorsitzenden Heinz Onnertz ("Der Verwaltungsrat hat beschlossen, dass wir nichts sagen."), noch von KSK-Vorstand Helmut Sicken, der die Sparkasse beim Termin vor Gericht vertreten hatte.
Grau hatte vor dem Landgericht Trier per einstweiliger Verfügung seine sofortige Wiedereinsetzung ins Amt erreichen wollen - vor allem, weil seine Beurlaubung nicht begründet wurde, was das Gericht ebenfalls als problematisch ansah.
Im Verlauf der Verhandlung war aber klar geworden, dass eine gütliche Einigung angestrebt wird. Albrecht Thielen, Anwalt von Grau, sagte: "Wir werden das Angebot akzeptieren."
Demnach verzichtet Grau auf eine Schadensersatzklage gegen die KSK. Und er erkennt seine Beurlaubung an, erhält aber bis zum Auslaufen seines Vertrags zum Jahresende seine vollen Bezüge. Und danach Ruhegehalt von gut 100 000 Euro im Jahr.
KSK-Umbau: Grünes Licht gab das Gremium auch für die Aufstockung und Modernisierung der Hauptgeschäftsstelle der KSK in Daun. Die wird nach bisherigen Schätzungen sechs Millionen Euro kosten.
Inwiefern zusätzlich geplante Arbeiten wie die Verlängerung des Treppenturms nicht nur bis in die Tiefgarage, sondern auch in die Archivräume darunter sowie die deutlich umfangreicher als zunächst geplante Modernisierung der Haustechnik darüber hinaus zu Buche schlagen, wurde nicht gesagt.
Fest steht aber: Die Arbeiten sollen im Mai starten und bis Mai 2014 dauern. Das bestätigte KSK-Vorstand Helmut Sicken, der seit der Beurlaubung von Dieter Grau Anfang Januar alleine die Geschicke der KSK führt, dem TV. Er sagte: "Wir haben einen Beschluss, dass es weitergeht wie geplant."
Seit Sommer 2011 liegt eine Baugenehmigung für den Umbau nach dem Entwurf der Dauner Architektin Julia Gieseking vor. Die Ausführungsplanung übernimmt das Ingenieurbüro Billigen aus Dreis-Brück.
Kurz vor der Sitzung hatte Landrat und KSK-Verwaltungsratsvorsitzender Heinz Onnertz das Vorhaben angesichts der Personalprobleme an der Spitze der KSK infrage gestellt. Schließlich habe die KSK nur noch einen Vorstand. Onnertz: "Der sollte sich primär um den Umbau kümmern, hat jetzt aber mit der Führung des Hauses mehr als genug zu tun." Und zwar bis ein Nachfolger für Dieter Grau gefunden ist.
Apropos Nachfolge: Auch hierzu hat das Gremium einen Weg vorgezeichnet. Demnach soll die vakante Stelle des Vorstandsvorsitzenden der KSK Vulkaneifel bundesweit in der Sparkassenzeitung sowie im TV ausgeschrieben werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März. Allein wegen der Kündigungsfristen wird damit gerechnet, dass es mindestens ein halbes Jahr dauern wird, bis der Posten wieder besetzt ist.
Laut Sparkassengesetz trifft der Verwaltungsrat der Bank die Personalauswahl. Der Kreistag als Vertretung des Trägers der KSK bestellt dann letztlich den Vorstand.