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Vermittler auf allen Ebenen

Vermittler auf allen Ebenen

DAUN. Für die FDP und den Landkreis Daun geht Edmund Geisen bei der Landtagswahl ins Rennen. Der promovierte Agrarwissenschaftler hat sich beim TV-Besuch in seinem Zuhause im Dauner Stadtteil Boverath sehr aufgeräumt gezeigt.

Dem 56-Jährigen ist deutlich anzumerken, dass ihm ein Anliegen unter den Nägeln brennt. Kaum steht der Kaffee auf dem Tisch, bringt er das Thema zur Sprache. Es geht um seine Kandidatur für den Landtag, obwohl er im vergangenen Jahr überraschend in den Bundestag eingezogen ist. Schon im Februar 2005 wurde er zum Wahlkreiskandidaten der FDP gewählt. "Das blieb so stehen, während sich viele Ereignisse überschlugen", erklärt Geisen. Allerdings sei nach wie vor seine Heimatverbundenheit ein Grund dafür, dass er auf der Liste stehe. Er sagt: "Ich wurde von der Partei gewählt, weil ich ein Vermittler aller politischen Ebenen bin. So darf ich auch jetzt für die FDP Flagge zeigen." Der Sohn einer kleinbäuerlichen Großfamilie aus Lützkampen (Geisen ist das vierte von neun Kindern) baut auf seine Praxiserfahrungen in der Landwirtschaft und dem Baugewerbe. In der Summe mit dem Studium und 30 Jahren Erfahrung als Lehrer und Direktor der Landwirtschaftsschule seien so die besten Voraussetzungen gegeben, "um in der Politik kräftig mitzumischen". Der liberale Politiker meint: "Das alles gibt mir ein gutes Stück Selbstbewusstsein. Ohne das geht man in der Politik unter." Sein Lebensmotto "Gutes bewahren, Gutes gestalten" sei beständig. Allerdings überlässt der 56-Jährige nur ungern etwas dem Zufall. Er steht nachts auf, um Ideen aufzuschreiben, plant seinen Alltag, ist korrekt und ordentlich. Deshalb bringen ihn auch Dinge, die nicht an ihrem angestammten Platz liegen, in Rage. Klare Linien gelten auch für den Tagesablauf. Er sagt: "Den Tag unnötig durch Schlaf zu verkürzen, ist nicht mein Ding. Verschlafen ist verschlafen." Schäferhund "Blacky" schätzt genau diese Eigenart an seinem Herrchen. So kommt er schon früh zum ausgiebigen Spaziergang. Auch sonntags. Entspannung findet Geisen außerdem in seinem Biogarten und in der Küche. "Schnippelbohnen von den selbst gezüchteten Stangenbohnen als Salat mit hausgemachter Mayonaise esse ich leidenschaftlich gerne", erklärt der promovierte Agrarwissenschaftler. Gute Mayonnaise mit frischem Eigelb, Senf, Öl, Essig und viel Sahne könne er aus dem Eff-Eff zubereiten. Ehefrau Mariette, mit der Geisen seit 33 Jahren verheiratet ist, meint lächelnd: "Mayonnaise muss sein, und damit sind wir nicht kleinlich." Sie unterstützt ihren Mann, liest alle Zeitungen, Verbandszeitschriften und Vereinsnachrichten. Die wichtigsten Informationen trägt sie ihm zu. Der 18-jährige Sohn Martin kümmert sich derweil um seine Schullaufbahn am Gymnasium. Beide, Vater und Sohn, bedauern: "Wegen der Politik und dem Schulstress mussten wir unsere Karnevalsauftritte für dieses Jahr leider absagen." Auch die Proben des Männergesangsvereins, dem Geisen seit 24 Jahren als erster Bass angehört, fallen immer häufiger dem politischen Terminkalender zum Opfer. Musik gehört dennoch zu Geisens Alltag. Er sagt: "Auch wenn momentan Mozart angesagt ist, bekenne ich mich als großen Fan von Franz Schubert, und während des Autofahrens höre ich seit Jugendzeiten Reinhard Mey."