Vernetztes Denken und flexible Strukturen gegen die Überalterung

Vernetztes Denken und flexible Strukturen gegen die Überalterung

Das Thema bewegt: 50 Gäste sind nach Daun-Boverath gekommen, um beim Neujahrsempfang der Grünen etwas über den demografischen Wandel zu erfahren. Neben der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner sprach Verbandsbürgermeister Werner Klöckner.

Daun-Boverath. Zur Einstimmung gibt es einen Film. Auf der Leinwand im Backhaus in Daun-Boverath sind verfallene Häuser, leerstehende Geschäfte und marode Straßen zu sehen. Sieht so die Zukunft auf dem Land aus? Am Ende des Films steht die Aussage: "Vielleicht sollte man ein oder zwei Dörfer aufgeben, um ein drittes zu retten." Das Thema beim Neujahrsempfang der Grünen des Kreisverbands Daun lautet "Das Dorf in Zukunft".
Rund 50 Gäste sind gekommen, um etwas über die Überalterung der Gesellschaft, deren Auswirkungen auf das Leben auf dem Land und mögliche Lösungen zu erfahren. Neben der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner (Grüne) sprach Werner Klöckner (CDU). Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Daun stellte deren WEGE-Konzept vor, dessen Ziel es ist, die VG auch angesichts des demografischen Wandels zukünftsfähig zu machen. "Ich habe keine Kontaktprobleme zu anderen Parteien", sagte Rainer Klippel, Kreisgeschäftsführer der Grünen, zur Entscheidung, ein CDU-Mitglied als Redner einzuladen. "Der demografische Wandel ist eine Thematik, die alle angeht, auch über Parteigrenzen hinweg."
Die Ansätze, auf eine überalternde Gesellschaft zu reagieren, sind vielfältig. Rößner führte generationenübergreifende Wohnkonzepte, bedarfsgesteuerte Verkehrssysteme, eine dezentrale Ver- und Entsorgungswirtschaft, rollende Infrastrukturen wie etwa Ärzte auf Rädern oder die Mehrfachnutzung von Gebäuden ins Feld. "Wir müssen vom Kirchturmdenken wegkommen, vernetzt denken und auf allen Ebenen zusammenarbeiten", sagte Rößner. Auch Klöckner will mit dem WEGE-Konzept dorthin. Um altersgerechte Dörfer zu schaffen, soll unter anderem eine Bürgergemeinschaft Vulkaneifel gegründet werden, die Senioren mit ehrenamtlichen Hilfeleistungen unter die Arme greift. "Wer Leistungen erbringt, kann sie dann später im Alter einlösen, wenn er selbst Hilfe braucht", sagte Klöckner. fas

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