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Verrückt nach Knattern und Dieseldampf: Traktortreffen in Kradenbach

Verrückt nach Knattern und Dieseldampf: Traktortreffen in Kradenbach

Das elfte Veteranen-Traktortreffen mit Bauern- und Teilemarkt in Kradenbach (Landkreis Vulkaneifel) hat mehr als 1000 Besucher angelockt. Die hatten an den rund 350 Traktoren ihre helle Freude.

Kradenbach. Das ist sie also, die glühende Leidenschaft für Bautz, Deutz, Lanz, Hela, Kramer, Hanomag und all die anderen großen deutschen Marken aus der Wirtschaftswunderzeit. Männer, die keine Angst vor Dreck, Fett und Öl haben, Männer, die einfach fasziniert sind von alter Technik. "Kolbenquäler" nennt man sie, die Liebhaber alter Traktoren. Doch sie sind für die technische Kultur wichtig, denn sie machen es möglich, dass sich heutige Generationen noch an der Technik der alten Traktoren erfreuen können.
Das Knattern eines Lanz Bulldogs, der Sound eines Porsche Traktors, das ist Musik in den Ohren der Traktorfans und oft vieler Besucher, die irgendwann selbst vor vielen Jahren einmal solch ein landwirtschaftliches Gerät besaßen. Beim elften Veteranen-Traktortreffen in Kradenbach in der Nähe von Daun gab es die ganze Bandbreite der alten deutschen Traktormarken vom Eicher, Deutz, Güldner, Hanomag, Fendt, Porsche, Schlüter oder Lanz zu sehen - und in voller Lautstärke zu erleben. Mehr als 350 Oldies in rot, grün oder blau, restauriert oder original, wurden präsentiert.
So wie das grüne Prachtstück von Heinz Wagner aus Berlingen. Neben einem Fahr nennt er noch einen MAN 4L1 von 1959 sein Eigen, und mit dem ist er nach Kradenbach gekommen. Das seltene Stück Technik hat er 2008 in Bayern gekauft. "Fast vier Jahre habe ich gesucht, man findet kaum welche, und die wenigen werden hoch gehandelt", sagt er. In fast drei Jahren Arbeit hat er den Oldie mit seinen 25 PS selbst restauriert und dabei zusätzlich zum Kaufpreis von 1500 Euro noch mal 5000 Euro reingesteckt.
"Jetzt sieht er besser aus wie neu", sagt der Berlinger stolz. Doch warum tut man sich soviel Arbeit an? "Weil man jeckig ist im Kopf und viel Platz zu Hause hat", sagt Heinz Wagner ganz frei heraus. Doch nicht alle Schätzchen aus vergangenen Tagen glänzen wie aus dem Ei gepellt. Der Lanz Bulldog von Klaus Schröder aus dem Jahre 1940 hat Rost, und der Lack glänzt auch nicht mehr. "Der wird nur technisch restauriert, aber nicht optisch. Es wird viel zu viel neu lackiert, meiner hat noch die alte Patina, und die meisten sagen auch, ich soll ihn so lassen", sagt der 62-Jährige von den Traktorfreunden Rheinbach.Extra

Auf dem Traktortreffen in Kradenbach ist nicht nur gefachsimpelt worden. Es sind auch allerlei Sprüche um die verschiedenen Traktormarken gefallen. Hier eine Auswahl: "Wird der Bauer einmal reicher, kauft er sich einen Eicher." "Willst du ziehen schwere Güter, dann kauf Schlüter!" "Ein bisschen Blech ein bisschen Lack, fertig ist der Hanomag." "Eicher - macht die Bauernarbeit leichter!" "Schlüter ist wie ein Wunder der fährt den Berg rauf wie andere runter." "Wer ihn liebt und wer ihn kennt der fährt nen Schlepper namens Fendt!" "Und selbst im allergrößten Dreck zeigt Deutz die Kraft, die in ihm steckt." HG