Versteinerte Geschichte
Seit mehr als 250 Jahren ist der Fossilreichtum des Gerolsteiner Landes bekannt. In die Tausende zählen inzwischen die Forscher, Gelehrten und Studenten aus aller Welt, die in der Gerolsteiner Kalkmulde und in den weltberühmten Geeser Trilobitenfeldern nach Fossilien suchten.
Gerolstein. (red) Goethe besaß Fossilien aus Gerolstein, von Humboldt hat sie persönlich hier aufgesammelt, ganze Heerscharen von Professoren und Studenten aus England und Russland, China und Australien kamen und kommen ins Gerolsteiner Land auf der Jagd nach devonischen Fossilien und jungen vulkanischen Gesteinen.Kein Wunder also, dass schon 1903 der Grundstein für das "1. Geognostische Museum der linksrheinischen Rheinlande" in Gerolstein vom "Vater der Gerolsteiner Fossilien", Stefan Dohm, zusammen mit dem Hotelbesitzer Heck gelegt wurde. In dessen Haus, das im Winter 1944 zerstört wurde, befand sich das Museum. Eingedenk dieser Einrichtung, mit klarem Blick für die touristische Zukunft des Gerolsteiner Landes und der Vulkaneifel und schon damals mit dem Augenmerk auf die Bewahrung des geologischen Erbes eröffnete die Stadt Gerolstein am 9. Mai 1987 das "Naturkundemuseum Gerolstein". Als Räumlichkeit wurde das 1710 erbaute "Alte Rathaus" gewählt. Wie schon gut 80 Jahre zuvor nahm sich das Gerolsteiner Naturkundemuseum der Themen Fossilien und Vulkane an, ergänzt durch eine moderne, interaktive Waldabteilung und eine archäologische Abteilung. Heute präsentiert sich das Naturkundemuseum kurz nach seinem 20. Geburtstag wieder als Stätte der Bewahrung des geologischen Erbes des Gerolsteiner Landes. Was alles noch in den Kellern schlummert
Noch immer schlummern in manchen Kellern wahre Fossilienschätze, gesammelt von den Menschen, die sich viel Zeit nahmen für die Fossiliensuche und deren Präparation besaßen. Aus diesem Fundus schöpft auch das Naturkundemuseum. Die Sonderausstellung "Trilobiten - Schätze Gerolsteins" bezeugt eindrucksvoll, welchen Beitrag vor allem die Amateurforscher mit ihren exquisiten Fossilien zum Verständnis der Entwicklung des Lebens in vergangenen Zeiten leisten. Und so sollen nicht nur das Museum, sondern auch all diejenigen gewürdigt werden, die ihre besten Stücke im Museum ausstellen. Es ist der Verdienst des Naturkundemuseums, das geologische Erbe der Region Einheimischen und Besuchern, Laien und Profis anschaulich machen zu können.Ab 1. Juni lädt das Naturkundemuseum Gerolstein zur Sonderausstellung "Trilobiten - Schätze des Gerolsteiner Landes" ein. Dazu ist das Buch "Trilobiten - Schätze des Gerolsteiner Landes" (Verlag Eifelkrone) von A. Rückert und Th. Klever im Museum erhältlich.