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Verwaltung gegen Anschluss

Nahwärmenetz : Verwaltung gegen Anschluss

Im Juni 2019 hat die Verbandsgemeinde Gerolstein ein Fachbüro mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Nahwärmenetzes zwischen der Grund- und Realschule plus und dem Hallen- und Freibad in Gerolstein beauftragt.

Angeschlossen werden könnte auch das Rathaus an der Raderstraße.

 In der Studie sind die Investitionskosten für den Anschluss der Schule und des Bades mit rund 1,5 Millionen Euro (ohne Rathaus) kalkuliert. Abzüglich von Zuschüssen würde der Eigenanteil der VG rund eine Million Euro betragen. Bürgermeister Hans Peter Böffgen: „Eine Realisierung wäre frühestens 2022 möglich.“ Aktuell ist laut Böffgen nicht geplant, dass die VG neben der Versorgung öffentlicher Gebäude zusätzlich als Versorger für private Haushalte oder Unternehmen agiert. Zur Begründung: Von der Zentrale des Nahwärmenetzes am Freibadparkplatz ist der Weg zum Neubaugebiet Sengheck und zur Lissinger Straße relativ weit. Das führt zu Leitungsverlusten. Hinzu kommt, dass neue Wohngebäude wegen ihrer guten Dämmung oft nur noch 5 Kilowatt Heizleistung benötigen. Würden 15 Objekte angebunden, wäre im Winter eine Leistung von 75 KW erforderlich. In den anderen Jahreszeiten wäre der Verbrauch geringer.

Die neue Anlage wird mit 1200 KW bemessen. Schule und Hallenbad brauchen im Sommer wenig Energie. Es müssten kleinere Kessel vorgehalten werden, um die minimalen Abnahmemengen eines Neubaugebietes wirtschaftlich zu erzeugen. Ansonsten würde ein 600-KW-Kessel anspringen, um 75 KW oder weniger zu erzeugen. Böffgen: „Das macht weder ökologisch noch wirtschaftlich Sinn.“ Mehrere kleinere Kessel seien allerdings teurer.

 Aus Sicht der Ingenieure wäre es ökologisch und wirtschaftlich sinnvoller, wenn die Stadt für das Neubaugebiet Gebäude Niedrig- oder Null-Energie-Gebäude festschreiben würde.