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Verwaltung ist Mannschaftssport

Verwaltung ist Mannschaftssport

Die ersten 100 Tage sind geschafft: Diane Schmitz, parteilose Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll, zeigt im TV-Gespräch, dass sie ihren Startschwung noch nicht verloren hat.

Jünkerath. (ch/fpl) Diane Schmitz ist mit dem Auftakt ihrer Amtszeit zufrieden. Das aber hat sie nicht allein geschafft: "Ich bin hier auf ein hochmotiviertes Team gestoßen", sagt die 35-jährige Bürgermeisterin der VG Obere Kyll. Andere müssten sich fragen, "wie sie Freitagnachmittag die Leute im Haus halten bei wichtigen Dingen. Da muss ich mir keinen Kopf machen."

Gegrübelt hat sie allerdings über Umbesetzungen - das verursachte ein Stühlerücken bei einigen der 46 Mitarbeiter. Darunter auch Dieter Hilgers, bisheriger Büroleiter. Sie schaffte den Posten ab, Hilgers ist nun Abteilungsleiter im Sozial- und Ordnungsamt. Eine Entscheidung, die nicht nur auf Zustimmung traf. Ihr Ziel ist eine Verwaltung, in der man miteinander redet. Deshalb hat sie die montägliche Abteilungsleiter-Besprechung eingeführt, und einmal im Monat hält sie Bürgersprechstunde. Inzwischen hat sie in allen Dörfern die Ortsgemeinderäte besucht. Und einen Minister kennengelernt - Karl Peter Bruch, Chef des Innenressorts in Mainz. Als dieser nach seinem Besuch im Januar wieder zurückfuhr, hatte er Hilfe beim maroden Waldfreibad in Stadtkyll versprochen und die Förderung der Sanierung an der zentralen Sportanlage zugesagt (der TV berichtete). Ein Blick auf die Partei, der sie zwar nicht angehört, von der sie aber nominiert wurde: die CDU. Nach wie vor geht ein Riss durch die Fraktion. Sie glaubt nicht, dass der noch einmal zu kitten sei. In der Ratsarbeit allerdings habe das keine Spuren hinterlassen: Alle Beschlüsse der ersten von Diane Schmitz geleiteten Sitzung fielen einstimmig. Vielleicht liegt es ja an ihrer Art: "Mein Eindruck ist, dass sie das sehr souverän macht", sagt Grünen-Ratsmitglied Martin Schulz. "Und auch auf eine menschlich gute Weise."