Verwaltung und Dienstleister müssen sich mit Demenz beschäftigen

Verwaltung und Dienstleister müssen sich mit Demenz beschäftigen

Demenzkranken Menschen eine Stimme geben will das Projekt "Zeitlos - Demenzoffensive Eifel" des Deutschen Roten Kreuzes. Zwei Infoveranstaltungen in Daun und in Hillesheim haben sich mit Medikamenten sowie mit der Lebensqualität und der Versorgung beschäftigt. Nächster Termin ist am Mittwoch.

Hillesheim/Daun. Eine Behinderten- und Demenzgerechte Umwelt, die Schulung von Mitarbeitern öffentlicher Einrichtungen, die Einbeziehung von Vereinen und die Schaffung von Netzwerken, die helfen, sich mit der Krankheit Demenz auseinanderzusetzen. Diese vier Punkte könnten die Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim zu einer demenzfreundlichen Kommune machen. Dies war das Ergebnis der ersten Zukunftswerkstatt zur Lebensqualität und Versorgung von Menschen mit Demenz in der Realschule plus. Auch Bürgermeisterin Heike Bohn sieht für ihre VG und die Bürger die Notwendigkeit, sich für die steigende Zahl demenzkranker Menschen zu rüsten. Die Frage, wie Menschen mit Demenz-Patienten umgehen, ginge alle an, "auch die Verkäuferin an der Kasse oder mich in der Verwaltung", sagte Dietmar Engeln von der Kreisverwaltung Vulkaneifel. In diesem Sinne, so Alois Manstein von der Kreissparkasse Vulkaneifel, müssen sich "alle gesellschaftlichen Gruppen, auch wir als Sparkasse, mit dem Thema beschäftigen". Das Personal müsse für den richtigen Umgang mit demenzerkrankten Menschen geschult werden.
Die Zukunftswerkstatt unter Leitung von Professor Dr. Hermann Brandenburg ist der Start eines neuen Vorhabens des Caritas-Fachzentrums Demenz Eifel-Mosel-Ahr im Eifelkreis Bitburg-Prüm, Vulkaneifel, Kreis Bernkastel-Wittlich und Ahrweiler. Beim Folgetreffen am Mittwoch, 3. Juli, in Hillesheim wird überlegt, wie die Ideen in die Praxis umgesetzt und konkrete Initiativen gestartet werden können.
Eine Orientierungshilfe für einen kritischen Umgang von Medikamenten bei Demenz gab ein Fachvortrag des DRK-Bildungswerks Eifel-Mosel-Hunsrück im Rotkreuz-Haus in Daun. Insbesondere in der Anfangsphase der Erkrankung könnten neu entwickelte "Antidementiva" die betroffenen Menschen unterstützen, erklärten Magda Bernady und Stefanie Ackermann von der Rosen-Apotheke Daun. Sie machten deutlich, dass Demenz zurzeit nicht heilbar, aber in vielen Fällen um ein bis zwei Jahre aufzuhalten ist, wenn sie frühzeitig behandelt wird. Kritisch setzten sich die Referentinnen mit dem Gebrauch von starken Psychopharmaka auseinander, die die Betroffenen ruhigstellen sollen. In der Diskussion wurde deutlich, dass Angehörige dies als einzige Möglichkeit sehen, die Patienten zu Hause zu pflegen. red

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