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"Verwechslung ist leicht möglich"

"Verwechslung ist leicht möglich"

DAUN/TRIER. Die "Weihe von Peter Klasen aus Daun zum Bischof von Trier" hat für Irritation gesorgt (TV vom 4. Januar). Klasen ist Mitglied der "Christlich Essenischen Kirche". Das Referat für Weltanschauungsfragen und Sekten im Bistum Trier bewertet die Vereinigung als "Kunstprodukt".

Beim Dauner Ortspfarrer Ludwig Gödert geht am Mittwochvormittag ein Anruf nach dem anderen ein. Anlass ist ein TV-Bericht über die Bischofsweihe von "Peter Klasen aus Daun", in dem der Aufbau einer Gemeinde der Christlich Essenischen Kirche (CEK) in Daun durch Peter Klasen und seine Frau Andrea Klasen erwähnt wird. "Mir sind weder Peter und Andrea Klasen bekannt, noch habe ich in den zehn Jahren meiner Arbeit als Seelsorger in Daun etwas von einer örtlichen Bewegung der CEK gehört", erklärt Gödert. Er wisse wohl, dass die Vereinigung als Anbieter auf dem esoterischen Markt vertreten sei.Pressestelle sorgt für Verwirrung

Dass von der CEK-Pressestelle die Eifeler Kreisstadt im Zusammenhang mit der Bischofsweihe genannt wurde, verwundert dann auch Andrea Klasen bei der telefonischen Nachfrage des TV. Eine mögliche Erklärung sei, dass die Familie Klasen von 1995 bis 2003 in Daun gewohnt und ein Hotel betrieben habe. "Eine Gemeinde haben wir dort aber nicht aufgebaut", betont Andrea Klasen. Dies geschehe allerdings derzeit für den Raum Trier von ihrem jetzigen Wohnort Korlingen aus, wo im 14-tägigen Abstand Gottesdienste stattfänden. Die CEK ist eine 1971 gegründete, überkonfessionelle, international tätige Vereinigung mit Landeskirchen in Ungarn, Spanien, Österreich, der Schweiz und der Slowakei. In Deutschland gibt es 14 Gemeinden mit einer etwa 40 Personen starken Priesterschaft. Es gibt kein Zölibat, Frauen und Männer sind in allen Ämtern gleichberechtigt.Spenden und ehrenamtliche Mitarbeiter

"Sie stehen mitten im Leben und können in der Seelsorge im Spannungsfeld von Familie und Beruf aus eigener Erfahrung helfen, mitfühlen und Rat geben", heißt es zum Selbstverständnis auf der Internetseite. Demnach gründet ihre Finanzierung auf dem Jesus-Wort: "Gebt Gott, was Gottes ist, und dem Kaiser, was des Kaisers ist" und dem Wort eines "reichen Amerikaners": "Eine Idee ohne finanzielle Mittel durchsetzen zu wollen, ist nur ein kurzer Gedanke"; will heißen: "Die Kirche finanziert sich ausschließlich über Spenden, die Priesterschaft arbeitet ehrenamtlich." Die Liste der kirchlichen Angebote reicht von Heilgottesdiensten über Taufen, Beerdigungen bis zur Familienberatung. Matthias Neff, Referent für Weltanschauungsfragen und Sekten im Bistum Trier, sagt dazu, gesucht würden offenbar die äußeren Insignien einer christlichen Kirche in starker Annäherung an katholische Formen und Symbole. Auffallend sei die reichliche Vergabe hoher kirchlicher Titel. "Eine Verwechslung mit ernsthaft-religiösen Amts- und Gemeindestrukturen ist leicht möglich, vielleicht auch beabsichtigt", sagt Neff. Offenbar handele es sich bei der CEK um ein Kunstprodukt, das keiner christlichen Konfession gleichzusetzen oder zuzuordnen sei. CEK-Gründer Eckard Strohm sei bisher als "dubioser Anbieter esoterischer Lebenshilfe" in Erscheinung getreten und dabei auch mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Weitere Infos: www.bistum-trier. de/sekten/kurzinfo.htm