"Verzwickte Situation"

Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Jagdgenossenschaft (JG) Gees wird es erst Anfang 2010 geben. Auf Anordnung der Kreisverwaltung bleibt alles beim Alten bis zum Ablauf des Pachtvertrages. Die Stadt ist am Zuge. Sie fällt die Entscheidung über den Fortbestand oder Zerfall der JG.

Gerolstein-Gees. "Die JG ist nicht per Gesetz, sondern per Verfügung der Unteren Jagdbehörde entstanden, und so bleibt es bis März 2010", erklärt Alfons Hardt, Sachbearbeiter im Gerolsteiner Rathaus. Hintergrund: Laut Gesetz muss für einen gemeinschaftlichen Jagdbezirk 250 Hektar Fläche zusammenhängend bestehen. In Gees liegen 190 Hektar zwischen dem Stadtteil und dem Stadtforst sowie 60 Hektar zwischen Staatsforst Kienscheid (links der K 33) und dem städtischen Forst (rechts der K 33). Das städtische Areal von 141 Hektar war mit Verzichtserklärung (zuletzt 1997 abgegeben) dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk zugeschlagen worden. Abteilungsleiter Edgar Weis bezeichnet die Flächenaufteilung als "verzwickte Situation" (der TV berichtete mehrmals). Seit Oktober 2005 wird im Gerolsteiner Rathaus und in der Kreisverwaltung recherchiert. Aufgrund eines anonymen Briefes, in dem dem Jagdvorstand Unregelmäßigkeiten vorgeworfen wurden, ermittelt die Staatsanwaltschaft. Weis erklärt: "Ich wurde von der Kripo vernommen, aber es hat nie eine Schwarzgeldkasse nebenher gegeben. Alle Buchungen sind ordnungsgemäß gelaufen und nachgewiesen. Es hat definitiv keine Unregelmäßigkeiten gegeben."Weiteres Treffen Anfang nächsten Jahres

Der Jagdvorstand sei wieder zuständig. Bei der jüngsten JG-Versammlung seien zwei Dutzend Jagdgenossen anwesend gewesen. Ein weiteres Treffen ist für Jahresbeginn geplant. Mehrere Hundert Jagdgenossen sind interessiert am Fortbestand der JG, denn nur so bleibt die Jagdpacht im Stadtteil und alle Wildschäden können beglichen werden. Der Pächter wartet unteressen die Entscheidung der Stadt ab. Laut Weis hat der städtische Forstausschuss den Willen bekundet, mit Flächen-Abtretung für den Fortbestand zu sorgen (siehe Hintergrund). Allerdings wurden vor Jahren die städtischen Jagdflächen in Lissingen, Michelbach und Büscheich aus den gemeinschaftlichen herausgezogen und Eigenjagdbezirke gebildet, so dass die Pacht in die Stadtkasse fließt. Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwarz hält sich derweil bedeckt: "Wir nutzen die Zeit für Beratungen und loten alles in Ruhe aus." Vorerst freue er sich über die Vakanz als "wichtigen Punkt für den sozialen Frieden in Gees". Hintergrund Zur Klärung der rechtswidrigen Situation bei der Flächenaufteilung der Jagdgenossenschaft (JG) Gees sind drei Lösungen möglich: Lösung I: Die Stadt tritt einen Streifen ihres Areals entlang der K 33 ab, so dass eine Verbindung der zwei gemeinschaftlichen Jagdbezirke geschaffen wird. Die Stadt bleibt in der JG. Die optimalste Lösung für den Stadtteil und den Erhalt der JG. Lösung II: Die Stadt weist ihr Areal als Eigenjagdbezirk aus und verpachtet eigenständig. Damit wird der gemeinschaftliche Jagdbezirk unrentabel - da nur jagdlich unattraktive Flächen zusammenkommen. Lösung III: Die Stadt verpachtet den Eigenjagdbezirk selbst, und die gemeinschaftlichen Jagdbezirksflächen werden den angrenzenden Revieren Pelm, Berlingen, Neroth, Stadt- und Staatsforst zugeschlagen. Die JG zerfällt. (vog)

Mehr von Volksfreund