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VG Gerolstein ausgezeichnet als Fairtrade-Kommune

Fairtrade-Urkunde für die VG Gerolstein : Eine Leistungsschau des Fairen Handels

Was im Jahr 2014 auf Ebene der Verbandsgemeinde (VG) Hillesheim initiiert, 2016 erstmals erreicht und 2018 verlängert wurde, ist nun offiziell auch für die ganze VG Gerolstein gültig.

„Es ist nicht allein die Tatsache, dass die neue VG Gerolstein durch die Fusion zum Rechtsnachfolger der VG Hillesheim geworden ist“, räumte Bürgermeister Hans Peter Böffgen bei der Präsentation der Urkunde ein. „Wir stehen mit Überzeugung hinter dem Fairtrade-Gedanken“, betonte er. Und sagte: „Fairtrade ist für uns eine positiv-motivierende Plattform, den Gedanken des gerechten Handelns und Teilens ganz konkret zu vermitteln und zu leben.“

Was das konkret bedeutet, skizzierte Pfarrer Andreas Paul, der seit 2012 im der Pfarreiengemeinschaft (PG) Hillesheimer Land tätig und Leiter der 2014 ins Leben gerufenen, inzwischen mit etwa 20 Frauen und Männern besetzten Steuerungsgruppe „Fairtrade-VG“ ist (und der bei solchen Ereignissen T-Shirt und Kapuzenjacke mit dem Aufdruck „Fairbrecher“ trägt).

Die Integrative Kindertagesstätte (Kita) Hillesheim und die Kita Üxheim, die Grundschule und die Augustiner-Realschule plus in Hillesheim, die Graf-Salentin-Schule in Jünkerath und die Berufsbildende Schule Gerolstein seien als Bildungseinrichtungen ebenso im Fairtrade-Boot wie das Haus der Jugend (HdJ) in Gerolstein und Hillesheim,  einige gastronomische Betriebe, Kirchengemeinden, katholische Frauengruppen, Karnevalsvereine, Spielgemeinschaften – „also ganz viele Menschen, die sich mit ganz vielen Aktionen und viel Kreativität übers Jahr engagieren“, brachte der Pfarrer es auf den Punkt.

Wie lebendig und vielfältig der Fairtrade-Gedanke tatsächlich vor Ort ist, zeigte sich beim „Fairen Marktplatz“, der zum vierten Mal anlässlich der bundesweiten Fairen Woche auf dem Platz vor der Hillesheimer St. Martinkirche über die Bühne ging. Realschüler hatten Fairtrade-Symbole und –Slogans mit Kreide auf die Straßen und Plätze gemalt und verteilten - nicht wie sonst üblich selbstgebackene Plätzchen und Kuchen, sondern Corona bedingt - das Rezept für den „Fairtrade-Kuchen 2020“.

Am Stand der HdJs Gerolstein und Hillesheim konnte man seinen ökologischen Fußabdruck berechnen lassen, die PG Niederehe war mit einer Sammelbox für alte Handys dabei, der Weltladen Daun bot ein Warensortiment an, die Kita spielte Theater, Grundschüler sangen Lieder, die Ortsgruppe Oberbettingen der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Zweigverein Hillesheim im Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) informierten über  Themen wie Kleiderkauf und Klimakollekte.

Über die Prinzipien des Fairen Handels aufklären und die Idee weitertragen, Vertriebsstrukturen deutlich machen, Unterrichtsmaterial zur Verfügung stellen und weitere Verbündete gewinnen, gehöre zu den „Hausaufgaben“ einer Fairtrade-VG, erklärte Pfarrer Andreas Paul. „Zum Beispiel einem Karnevalsverein sagen, wo es fair gehandeltes Wurfmaterial gibt“, nannte er als Beispiel. Dass auch der diesjährige „Faire Marktplatz“ so gut besucht und belebt sei, freue ihn und seine Mitstreiter und mache die Verbundenheit vieler Menschen deutlich.