VG Gerolstein will 2018 rund 4 Millionen Euro investieren

Finanzen : Bei der Turnhalle herrscht noch Diskussionsbedarf

Der Rat der Verbandsgemeinde Gerolstein hat einstimmig bei zwei Enthaltungen den Haushalt für 2018 verabschiedet. Dieser sieht eine Senkung der VG-Umlage um einen Prozentpunkt sowie Investitionen von rund vier Millionen Euro vor.

Der Umbau der Turnhalle an der Grund- und Realschule plus in Gerolstein ist das mit Abstand größte Investitionsvorhaben in der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein für 2018.  Es ist mit 1,6 Millionen Euro veranschlagt, nachdem ursprünglich nur von etwas mehr als der Hälfte der Kosten ausgegangen worden war. Ob das Projekt angesichts der zu befürchtenden Kostenexplosion aber letztlich genau so realisiert wird, wie vorgesehen, ist noch unklar. So sagte Bürgermeister Matthias Pauly (CDU): „Die Sporthalle ist wichtig, aber wir müssen die Kosten im Blick behalten und vernünftig entscheiden. Wir können nicht an einer Stelle alle Mittel verbrauchen.“ Grundsätzlich nannte er es aber wichtig, erneut den Schwerpunkt der Investitionen mit 2,44 Millionen Euro auf die Schulen zu legen. Zusammen mit den Konsumausgaben werden sogar 3,8 Millionen in die Schulen in Trägerschaft der VG im kommenden Jahr gesteckt.

Weiterer wichtiger Punkt ist laut Pauly die Senkung der VG-Umlage um einen weiteren Prozentpunkt auf dann 33 Prozent. Pauly sagte: „Das ist der niedrigste Satz im gesamten Landkreis und unser Beitrag, die Gemeinden zu entlasten.“

Die Sanierung der Realschulturnhalle, eine neue Heizung für Grundschule und Förderzentrum sowie eine neue Lüftung fürs Hallenbad sind wichtige Investitionen der Verbandsgemeinde Gerolstein für 2018. Foto: Mario Hübner

Selbst eine weitergehende Senkung auf 32 Prozentpunkte im Lauf des nächsten Jahres stellte er in Aussicht. Er ist auch zuversichtlich, dass dann auch der Etat, der einstimmig bei zwei Enthaltungen der Grünen verabschiedet wurde,  ausgeglichen wird. Aktuell weist er noch ein Loch von 150 000 Euro auf.

Zweitgrößtes Investitionsvorhaben ist die Renaturierung des Berlinger Bachs für 1,1 Millionen Euro. Da das Land das Vorhaben zu 90 Prozent bezuschusst, teilen die Anrainergemeinden und die VG die 110 000 Euro Eigenanteil unter sich auf: Berlingen 55 000 Euro, Pelm 33 000 Euro, VG 22 000 Euro. Das Bachbett soll aufgebrochen, es sollen Überschwemmungsflächen geschaffen, Regenrückhaltebecken gebaut und an neuralgischen Punkten Schutzmaßnahmen ergriffen werden, damit der Bach bei Hochwasser – wie 2016 – nicht erneut solche massiven Schäden anrichtet.

Ebenfalls nächstes Jahr soll die gemeinsame Heizungsanlage für die Grundschule Waldstraße in Gerolstein (samt Sporthalle) und dem benachbarten Hubertus-Rader-Förderzentrum gebaut werden. Der Anteil der VG am Gemeinschaftsprojekt mit dem Kreis Vulkaneifel, der für das Förderzentrum zuständig ist, beträgt 500 000 Euro. Aus dem kommunalen Investitionsprogramm 3.0 des Bundes gibt es aber einen 90-prozentigen Zuschuss (450 000 Euro) dazu. Im Rat kam vonseiten der Grünen Kritik auf, dass eine Gasheizung installiert wird (ein Kessel ist offensichtlich bereits eingebaut) und nicht auf regenerative Energieträger gesetzt wird. Hendrik Eltze sagte: „Das ist genau das falsche Signal und der falsche Weg.“ Der Hinweis, dass man die Anlage mit einer Holzpellet- oder Hackschnitzelheizung nachrüsten könne, war für ihn keine Lösung.

Ebenfalls beachtlich zubuche schlagen wird die geplante Erneuerung der Lüftungsanlage im Hallenbad Gerolstein, die mit knapp einer Viertelmillion Euro (davon 37 000 Euro Zuschuss) kalkuliert ist. Die bisherige Anlage ist 30 Jahre im Einsatz ist und arbeitet laut Verwaltung nicht mehr ordnungsgemäß und verbraucht zudem viel Strom.

Zur Finanzierung des Eigenanteils an den Investitionen ist eine Kreditaufnahme von gut zwei Millionen Euro erforderlich. Die Schulden steigen daher von sieben auf neun Millionen Euro.

CDU-Fraktionsvorsitzender Klaus Schildgen bezeichnete den Etat als gut, weil er die „richtigen Schwerpunkte“ (Schulen, Umlagensenkung) setze und auch „keine Luxusausgaben“ enthalte. Georg Linnerth (SPD) schlug in die gleiche Kerbe, nannte die Schulinvestitionen „unsere oberste Priorität“. Dennoch meinte auch er, dass über die Turnhallensanierung noch weiter diskutiert werden müsse, „denn in dieser Größenordnung haben wir uns das nicht vorgestellt“.

Die Sanierung der Realschulturnhalle, eine neue Heizung für Grundschule und Förderzentrum sowie eine neue Lüftung fürs Hallenbad sind wichtige Investitionen der Verbandsgemeinde Gerolstein für 2018. Foto: Mario Hübner

Klaus-Dieter Peters (FWG) sprach ebenso wie Hendrik Eltze (Grüne) von einem „ausgewogenen Plan“, der mit der Umlagensenkung und den Schulinvestitionen die richtigen Schwerpunkte setze. Auch er sieht weiteren Diskussionsbedarf bei der Turnhallensanierung.

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