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VG Kelberg steht finanziell weiterhin recht gut da

Kommunalpolitik : Volle Kassen und niedrige hellrote Zahlen

Nur wenige Kommunen in Rheinland-Pfalz können seit vielen Jahren auf so einen niedrigen Schuldenstand schauen, wie die Verbandsgemeinde Kelberg. 2008 musste zuletzt ein Kredit für den Bau der Hochkelberghalle aufgenommen werden.

Da kann das Kämmerherz aufjuchzen: Der Haushalt der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg ist nicht nur ausgeglichen, die Pro-Kopf-Verschuldung ist auch noch niedrig. Mit 1,6 Millioenen Euro an Investitionen, die vor allem ins Freibad, die Schule und die Feuerwehren fließen, sind auch noch die Ausgaben einigermaßen überschaubar – angesichts solcher Zahlen sind zufriedene Gesichter unter den Ratsmitgliedern in ihrer jüngsten Sitzung nicht gerade eine Überraschung.

Zuletzt hatte die Verbandsgemeinde (VG) beim Bau der Hochkelberghalle im Jahr 2008 einen Kredit aufnehmen müssen. Ansonsten – so war es üblicherweise vorher, und so ist es seitdem auch wieder– wird ein ausgeglichener Haushalt verabschiedet. Bürgermeister Johannes Saxler und Büroleiterin Karin Ternes stellen den Plan im Detail vor.

    Knapp 1,6 Millionen Euro werden im kommenden Jahr insgesamt investiert. Davon fließt knapp die Hälfte (720 000 Euro) in die Sanierung des Kelberger Freibades, die laut Bürgermeister Saxler mit dem Ende der Badesaison 2021 umgehend beginnen soll.

310 000 Euro stehen noch aus den Vorjahren zur Verfügung, weitere 800 000 Euro sind im Haushalt 2022 vorgesehen, denn die Sanierung erfolgt in mehreren Schritten (der TV berichtete). Von der Gesamtinvestitionssumme von 1,83 Millionen Euro trägt das Land Rheinland-Pfalz 407 000 Euro. Die Ortsgemeinde Kelberg als Standortgemeinde beteiligt sich mit 100 000 Euro. Nach dem einstimmigen Beschluss des VG-Rats am Donnerstagabend wird nun der Bauantrag gestellt, und es kann mit den Ausschreibungen begonnen werden.

   Vom nächst höchsten Betrag im Haushaltsplan 2021 profitiert die Grund- und Realschule plus Kelberg. Mit dem Ratsbeschluss – er fiel ebenfalls einstimmig – und der Annahme des „Konzepts zur Umsetzung des Digitalpakts“ wird so bald wie möglich mit der Aufrüstung und Erneuerung der Elektrotechnik (400.000 Euro) und mit der Anschaffung von digitalen Geräten (47.000) begonnen.

Bei einer Landesförderung mit 169 500 Euro bleiben der VG als Schulträgerin Kosten in Höhe von 277 500 Euro zu finanzieren. Bürgermeister Saxler weist darauf hin, dass an der Grundschule Uersfeld die Umsetzung des Digitalpakts bereits im laufenden Jahr vollzogen wurde.

Während die energetische Sanierung der Kelberger Schule, in die VG und Land rund eine Dreiviertelmillion Euro gesteckt haben (der TV berichtete ebenfalls), kurz vor dem Abschluss steht, sollen im kommenden Jahr noch die Toilettenanlagen saniert werden; Kostenpunkt: 150.000 Euro. Mit einem „MLF“ für 205 000 Euro wird im kommenden Jahr die Freiwillige Feuerwehr (FFW) Höchstberg ausgestattet. Für das „Mittlere Lösch-Fahrzeug“ gibt es 58 000 Euro Landeszuschuss. Die FFW Retterath erhält einen 80 000 Euro teuren Anbau.

Es werden drei Mannschafts-Transportfahrzeuge angeschafft, über deren Verteilung unter den etwa 20 Feuerwehren in der VG noch nicht endgültig entschieden ist. Von den 100 000 Euro, die zur Anschaffung von Geräten zur digitalen Alarmierung der Feuerwehren benötigt werden, übernimmt das Land 50 Prozent.

 Vom nächst höchsten Betrag im Haushaltsplan 2021 profitiert die Grund- und Realschule plus Kelberg.
Vom nächst höchsten Betrag im Haushaltsplan 2021 profitiert die Grund- und Realschule plus Kelberg. Foto: TV/Foto: Brigitte Bettscheider

   Die Wassergebühren steigen nicht, das werde die Bürger freuen, meint Saxler. Und mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 40 Euro stehe die VG Kelberg gut da. „Landesweit haben nur wenige Kommunen einen vergleichbar niedrigen Schuldenstand“, betont der Bürgermeister.