VG-Rat Daun will künftige geburtshilfliche Versorgung finanziell unterstützen

Kommunalpolitik : 100 000 Euro für die Geburtshilfe in der VG Daun

(sts) Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Daun hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Zukunft der geburtshilflichen Versorgung in der Vulkaneifel befasst und einstimmig eine Resolution beschlossen.

Darin heißt es unter anderem, dass die Bekanntgabe der Schließung eine Betroffenheit ausgelöst habe, „wie wir sie bislang nicht kannten.“

Daraus seien Aktionen entstanden, deren vorwiegende Intention es war, nicht „gegen etwas“, sondern „für etwas“ zu sein. Die Betroffenheit überrasche nicht, „denn eine gesicherte geburtshilfliche Versorgung ist ein menschliches Grundanliegen und damit eine der bedeutsamsten Aufgaben öffentlicher Daseinsvorsorge.“ Die Hoffnung auf eine zumindest vorübergehende Weiterführung der Abteilung im Dauner Krankenhaus habe sich nicht erfüllt.

Diese Entscheidung des Trägers sei „nicht leichtfertig, sondern schweren Herzens und in Verantwortung für die Zukunft des Krankenhauses getroffen“ worden, und „finanzielle Gründe sind letztlich nicht entscheidend gewesen“. Die Schließung erscheine vielmehr als Folge eines komplizierten Gesundheitssystems und eines Mangels an Fachärzten, von dem gerade und besonders der ländliche Raum betroffen sei: „Dies zeigt sich für uns nun in einer äußerst dramatischen Weise.“

Zur Gestaltung der künftigen geburtshilflichen Versorgung gelte es, „die aus der Betroffenheit erzeugte positive Energie aufrecht zu erhalten, zu nutzen und Menschen darin zu unterstützen, die einen Beitrag dazu leisten wollen“. Es gebe Beispiele wie im Oberpinzgau in Österreich, wo engagierte Menschen vorangegangen seien, in dem sie ein Hebammenzentrum eingerichtet hätten.

Der Verlust der stationären Geburtshilfe schmerze auch die Wirtschaft. „Denn sie sieht sich wachsend einem Fach- beziehungsweise Arbeitskräftemangel ausgesetzt. Hiervon ausgehend besteht die Chance, dass Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeinsam eine Lösung für die zukünftige geburtshilfliche Versorgung erarbeiten. Der Wille, die Fähigkeiten und die Kraft dazu sind vorhanden.“

Der VG-Rat bekundet in der Resolution seinen Willen, die zukünftige geburtshilfliche Versorgung finanziell dauerhaft zu unterstützen, sollte das erforderlich sein.

In den Haushaltsplan 2019 und die weitere Finanzplanung wurden dafür jeweils 50 000 Euro bereitgestellt. „Die finanzielle Sicherung der zukünftigen geburtshilflichen Versorgung in der Vulkaneifel ist erforderlich. Es bestehen große Aussichten, dass sie gemeinsam gewährleistet wird. Aber zunächst bedarf es der Menschen, die sie erbringen. Sie finden allerdings eine bisher noch nie dagewesene Unterstützung in ihren Mitmenschen“, heißt es abschließend.

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