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Bürgermeisterwahl: VG widerspricht Kritik eines Angehörigen: „Wahlhelfer wurde nicht gefährdet“

Bürgermeisterwahl : VG widerspricht Kritik eines Angehörigen: „Wahlhelfer wurde nicht gefährdet“

Der Sohn eines 79-Jährigen, der in einem  Seniorenheim in der Kreisstadt lebt, kritisiert die VG-Verwaltung in Daun, weil der Vater in Pandamiezeiten als Helfer bei der Landrats- und Bürgermeisterwahl im Einsatz war. Diesen Vorwurf lässt die Verwaltung nicht gelten und erläutert ihre Sicht der Dinge.

Von einem „ausgewachsenen Skandal“ schreibt Carsten S. aus Polch (Kreis Mayen-Koblenz) in einer Mail, die unter anderem an die Staatskanzlei der Landesregierung, an Ministerpräsidentin Malu Dreyer, an die Bild-Zeitung, an den Landeswahlleiter Hans-Ulrich Weidenfeller und auch an die Verbandsgemeindeverwaltung in Daun ging.

Seine Kritik betrifft die jüngste Landrats- und VG-Bürgermeisterwahl. Seines Erachtens hätte die Wahl auf Grund der Coronabeschränkungen vom Wahlleiter als Briefwahl bestimmt werden müssen. Mehr noch: Sein 79-jähriger Vater sei als Wahlhelfer bestellt worden. Es handele sich um einen vorerkrankten Herzinfarktpatienten, der in einem Altenheim mit Kontaktbeschränkungen wohne. Die Adressaten der am Wahlsonntag versandten Mail hätten den Senior in ein Wahllokal geschickt, in dem „hoffentlich wenige Wähler heute so leichtsinnig sind, dort auch zu erscheinen“.

„Natürlich“ seien die insgesamt acht Mitglieder des Wahlgremiums mehr, als sich derzeit in einem Raum treffen dürften. Als „Krönung“ bezeichnet der Absender, dass der Wahlvorstand keine FFP2-Masken erhalte, um selbst geschützt zu sein. Nach Darstellung der Verbandsgemeindeverwaltung verhält sich die Angelegenheit so, dass sich der fragliche ältere Herr von sich aus auf einen Aufruf zum ehrenamtlichen Engagement als Wahlhelfer meldete. Er habe mitgeteilt, in welchem Wahlbezirk er eingesetzt werden und welche Funktion er wahrnehmen könne.

Daraufhin sei die Berufung in den Wahlvorstand für das in der Grundschule Daun untergebrachte Wahllokal erfolgt. Eine Überprüfung des Alters oder möglicher Vorerkrankungen von Wahlhelfern gebe es nicht. „Herr S. ist jedoch als rüstiger Rentner bekannt, der nicht den Eindruck körperlicher Gebrechen vermittelt“, erklärt Thorsten Loosen, der stellvertretende Büroleiter der  Verbandsgemeindeverwaltung.

Er bezieht sich zudem auf Aussagen des Heimes, in dem der Senior lebt. Er sei untergebracht in einem Bereich für betreutes Wohnen, welcher keine Vorgaben zur Lebensführung der Bewohner mache und auch keine coronabedingte Besuchseinschränkungen kenne.

„Jeder Bewohner des betreuten Wohnens entscheidet selbst, wie beispielsweise in einer Mietswohnung auch, ob er in seiner Wohnung Kontakt zu anderen Menschen haben möchte.“ Herr S. sei zweifelsfrei in der Lage, eigenbestimmte Entscheidungen zu treffen.

Auch zur Sicherheit in Pandemiezeiten äußert sich die VG: Nicht acht oder mehr, sondern vier Personen machten während der Wahlhandlung den Wahlvorstand vor Ort aus, zudem durften höchstens zwei Wähler gleichzeitig im Wahllokal anwesend sein. Es sei regelmäßig gelüftet worden.