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VHS-Leiter Willems nutzt Corona-Zeit zum Malen - Ausstellung in Daun

Kunst : Weniger Kurse, mehr Zeit zum Malen: Leiter der VHS Daun zeigt neue Aquarelle

Die Veranstaltungen der Volkshochschule (VHS) Daun laufen coronabedingt auf Schmalspur. Was der pädagogische Leiter Gottfried Willems bedauert. Was aber zumindest einen Vorteil für ihn hat: Er hat mehr Zeit zum Malen. Zurzeit zeigt er neue Aquarelle in einer Ausstellung.

Das hat es noch nicht gegeben, seit Gottfried Willems Mitte der 1970er Jahre erstmals eine Studienreise der VHS Daun nach England leitete und seither mehr als 40 Mal Gruppen zu den schönsten Städten und Landschaften im Vereinigten Königsreich führte: Die Reise findet im dritten Jahr in Folge nicht statt - coronabedingt, was sonst. „An Teilnehmern hat es noch nie gemangelt, und mir selbst macht die Reiseleitung immer wieder aufs Neue Freude“, erklärt der pensionierte Gymnasiallehrer für Englisch und Geschichte.

  Begonnen hatte die „Reisewelle“ mit den Englischkursen, die der junge Lehrer Gottfried Willems seit 1973 an der VHS Daun gab. Denn die Initiative zu der ersten Englandreise sei von Kursteilnehmern ausgegangen, erinnert er sich. Inzwischen gibt es für den Kurs- und Reiseleiter ein drittes Bindeglied zur VHS: Seit 2016 ist Willems der pädagogische Leiter; 2021 wurde er vom Stadtrat für weitere fünf Jahre in dieses Amt gewählt. Und wenn er sagt: „Ohne sie ginge gar nichts“, dann meint er die Verwaltungsfachangestellte Renate Fuchs. Sie leiste die komplette operative Arbeit, betont Willems. Dabei müsse auch das Arbeitsprogramm der VHS nun schon im dritten Jahr coronabedingt Federn lassen. Nur etwa 40 Prozent der Angebote fänden tatsächlich statt, räumt der pädagogische Leiter ein, und ständig gebe es Änderungen wegen neuer Verordnungen. Daher sei auch für das Jahr 2022 wie schon für das Vorjahr keine Veranstaltungsbroschüre herausgegeben worden, erklärt er.

Gottfried Willems hatte zehn Jahre lang, von 2008 bis 2018, ein weiteres Ehrenamt inne - als Schöffe am Landgericht Trier. Er ist Sänger im Chor des Thomas-Morus-Gymnasiums. „Die Pandemie hat mich wie viele andere im Griff“, bedauert er mit Blick auf weniger Veranstaltungen bei der VHS, keine Reiseleitung, kaum private Reisen, keinen Chorgesang. „Aber ich konnte malen“, freut er sich. Und damit kommen wir zu einer Passion des heute 73-Jährigen, die mit einem Geburtstagsgeschenk ihren Anfang genommen hatte.

Wie Gottfried Willems von der VHS Daun zum Malen kam

Zu Kunst habe er als Kind und Jugendlicher überhaupt keinen Bezug gehabt, erzählt er. Doch irgendwann - da war er schon zweifacher Vater - hätten ihn die Malutensilien der Töchter inspiriert, selbst kreativ zu werden. Da habe seine Ehefrau ihm zum Geburtstag einen Kurs bei dem Maler Walter Wilde (Daun-Waldkönigen) geschenkt – was eine bemerkenswerte Entwicklung in Gang setzte. Gottfried Willems verschrieb sich der hohen Kunst des Aquarellierens. Er wurde Mitgründer der mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert (Jubiläum!) bestehenden „Gruppe Rouge“. Die sieben Malfreunde betreiben eine eigene Galerie in Daun, anfangs im Burghof und seit zehn Jahren (noch ein Jubiläum!) am Laurentiusplatz. Willems malt Weinfeld und Wegbiegungen, Gärten, Seen und die Steilküste Englands. Bäume sind seine Spezialität. „Das unspektakuläre Naturmotiv ist mir nach wie vor am liebsten“, sagt er. Was das bedeutet, spiegelt sich in der Ausstellung, die noch bis zum 11. Februar in Daun zu sehen ist.