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Viel Ärger mit dem Spaß

Viel Ärger mit dem Spaß

Sieben Jahre nach seiner Neugründung steht der Karneval in Uersfeld wieder vor dem Untergang. Drei Vorstandsmitglieder sind aus privaten Gründen zurückgetreten, was eine Neuwahl des Vorstands nötig macht. Aber niemand ist bereit, die Posten zu übernehmen.

Uersfeld. Noch ist ein halbes Jahr Zeit, bis die fünfte Jahreszeit wieder beginnt, aber in Uersfeld scheint es momentan nicht sicher, ob es überhaupt eine Session 2008 im Ort geben wird. Der Vortrag eines Büttenredners, der sich teilweise auf den Retterather Pastor bezog, sorgte schon nach der Seniorensitzung für viel Unmut bei einigen Jecken. Bei der Prunksitzung kam es beim selben Vortrag des Büttenredners zum Eklat, weil einige Zuhörer den Redner ausbuhten und keine Ruhe mehr gaben. Aus Verärgerung darüber gab der Vorsitzende der Narrenzunft, Winfried Schäfer, bekannt, dass er als Sitzungspräsident für die nächste Session nicht mehr zur Verfügung steht. Zudem gaben nach der Session drei Vorstandsmitglieder ihre Ämter auf, bei zweien waren die Rücktritte aber angekündigt worden. "Die Rücktritte haben nichts mit dem Verein zu tun, sondern sind rein privater Natur", stellt Schäfer klar."Laut Satzung sind wir jetzt zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung verpflichtet, die am 27. Juni stattfindet. Dann müssen die vakanten Stellen im Vorstand neu besetzt werden", erklärt der Chef der Narrenzunft, die 114 Mitglieder hat. Die Amtszeit dieses Vorstands beträgt allerdings nur ein Jahr, im nächsten Jahr würden sowieso Neuwahlen anstehen. Schäfer und sein Stellvertreter Heinz Krötz wollen jedoch auf jeden Fall weitermachen. "Wir sind momentan in einer ganz schwierigen und gefährlichen Phase. Wenn sich am 27. Juni kein neuer vollständiger Vorstand findet, sieht es für die Narrenzunft schlecht aus, und der Karneval in Uersfeld steht vor dem Aus", so Schäfer. In diesem Fall muss wiederum eine Mitgliederversammlung einberufen werden. Schäfer: "Die hat aber nur noch den Zweck, den Verein aufzulösen. Das ist laut Satzung so vorgeschrieben."Eine Rettung für den Karnevalsverein kann nur erfolgen, wenn sich Mitglieder melden, die Verantwortung tragen wollen und bereit sind anzupacken. "Wir brauchen einen Stamm von 25 bis 30 Leuten, die mitarbeiten. Es müssen einfach mehr Leute mitmachen, sonst bleibt mir nichts anderes übrig, als zum Amtsgericht zu gehen und den Verein abzumelden. Das ist dann auch meine Pflicht", sagt Schäfer. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit will der Vereinsvorsitzende erreichen, "dass einige Leute aufgerüttelt werden und sehen, dass die Narrenzunft ein Problem hat und vor der Auflösung steht".Es sind immer dieselben, die mitarbeiten

Dass es schwierig ist, Leute zu finden, die noch Idealismus für einen Verein haben, ist ein Problem aller Vereine. "Ich habe schon im vergangenen Jahr bei der Jahresversammlung gesagt, dass ich nicht bereit bin, weiterzumachen wie bisher. Das geht einfach nicht, diese Belastung für einige wenige ist nicht zumutbar. Es sind immer dieselben, die mitarbeiten, und die sind oft noch in anderen Vereinen. Es kann aber nicht mehr an denen alles hängen bleiben, die sowieso schon alle Arbeit machen und jetzt noch mehr tun sollen. Nach Karneval bin ich immer platt und gehe auf dem Zahnfleisch", beklagt sich Schäfer. Noch ist nichts endgültig verloren, und Schäfer ist "relativ zuversichtlich, dass wir die drei Leute für den Vorstand finden werden".