Viel Platz für Logistik

Viel Platz für Logistik

DAUN. Nicht der befürchtete Leerstand, sondern eine Existenz als Lagerhalle für Eisenteile ist die unmittelbare Zukunft der Solo-Immobilie. Damit können bei der Spedition Ludwig Arbeitsplätze erhalten werden. Andere Nutzungen im Tourismussektor, die weitere Stellen schaffen würden, scheiterten an den Preisvorstellungen der schwäbischen Eigentümer.

Es wird ab 1. Februar wieder Leben einziehen in die seit Wochen leer stehenden Hallen der Solo, die unter der Geschäftsführung von Wolfgang Elsen als eigenständige Dauner Kleinmotoren (DKM) zwei Jahre lang die Betriebsschließung abwenden wollte. Die Spedition Ludwig wird auf Mietbasis zunächst rund die Hälfte der Hallen als Lager für Eisenteile nutzen und nach einer Sanierung des Daches den gesamten Komplex als Lagerkapazität vorhalten. "Eine neue Regalanlage für 20 000 Euro wurde bereits installiert", schildert Hans Ludwig den Stand der Dinge, "und bald werden wir auch anderen Unternehmen mit Lagerbedarf anbieten können, die Kapazitäten zu nutzen".Kurzfristig keine neuen Jobs

Neue Jobs entstehen zumindest kurzfristig nicht, denn mit der branchenüblichen Automatisierung wird es anfangs lediglich einen Arbeitsplatz auf dem ehemaligen Solo-Gelände geben. "Die Lösung wirkt sich dennoch positiv auf den hiesigen Arbeitsmarkt aus", erläutert Ludwig den Hintergrund, "weil wir mit der zusätzlichen Fläche in der Lage sind, das bestehende Auftragsvolumen zu halten und damit auch nicht an eine Reduzierung von Stellen denken müssen". Je mehr Bedarf an kleineren Lagerflächen dann andere Unternehmen anmeldeten, desto größer sei die Wahrscheinlichkeit, mittelfristig weitere Leute für die Tätigkeit in Dauns ältestem Gewerbegebiet einzustellen. Ideen für eine Nutzung, die neue Jobs schafft, gebe es für die Spedition schon, jedoch noch nicht als spruchreifes Vorhaben. "Das ist allerdings eine Aufgabe, der wir uns stellen."Keine Chance für Touristenzentrum

Aus Sicht des Eigentümers Solo GmbH, die im schwäbischen Sindelfingen angesiedelt ist, ist mit der Logistikvariante nach Auskunft von Wolfgang Elsen der Unterhalt der Immobilie gesichert und damit das Problem vom Tisch. Die dortigen Vorstellungen über den aktuellen Verkehrswert der mehr als 40 Jahre alten und renovierungsbedürftigen Eifeler Immobilie bewegen sich bei 750 000 Euro Minimum. Dafür jedoch war kein Käufer mit Kenntnis des hiesigen gewerblichen Immobilienmarktes in Sicht. Aus kommunaler Warte ergab sich bei dieser Preisgestaltung auch keine wirtschaftlich verantwortbare Möglichkeit, das Gelände in ein Wohngebiet umzuwandeln (der TV berichtete). Zwischenzeitlich hatte es Überlegungen gegeben, mit Hilfe von EU- und Landesförderungen den Komplex in ein attraktives Freizeit- und Tourismuszentrum auszubauen, das langfristig in größerem Umfang neue Stellen geschaffen hätte und überdies nach Ansicht des SPNV-Nord-Leiters Thomas Geyer ein gutes Argument für eine durchgehende Eifelquerbahn von Koblenz bis zur Anbindung in Gerolstein gewesen wäre. Denn die Bahnlinie und der Maare-Mosel-Radweg als bewährter Anziehungspunkt für den Fremdenverkehr liegen in direkter Nähe der Immobilie. Die beteiligten kommunalen Gebietskörperschaften, Touristiker und Wirtschaftsförderer hatten das als Skizze vorliegende Projekt als wünschenswert und realistisch eingestuft. Generell ist es die Vorgabe der Landesregierung, so genannte "Indoor"-Angebote zu schaffen, die wetterunabhängig sind und die im Sinne eines nachhaltigen Tourismus die Freizeitmöglichkeiten für Einheimische und Gäste bereichern. Ein interessierter Privatinvestor für das Projekt war zwar gefunden, aber Verhandlungen ergaben keinen finanziellen Spielraum seitens der Solo. "Fakt ist: Die gehen mit ihren Forderungen an einen Kaufpreis nicht herunter, so dass sich für die Region Daun in der jetzigen Situation kein größerer Arbeitsplatzeffekt erzielen lässt. Die Lösung mit der Spedition Ludwig ist daher für die heimische Wirtschaft die ökonomisch sinnvollste Variante, die sich mit der schwäbischen Firmenphilosophie der Eigentümer vereinbaren lässt", verdeutlicht Elsen den Ist-Zustand.

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