1. Region
  2. Vulkaneifel

Viel Zuspruch für Petition zum Erhalt von Bahnhofslinde in Gerolstein

Naturschutz und Stadtentwicklung : Über 800 Gerolsteiner sagen: Die Bahnhofslinde muss bleiben!

Hunderte von Bürgern setzen sich mit ihren Unterschriften für den weiteren Schutz der Linde am Bahnhof in Gerolstein ein.

Die Nachricht hatte Umweltverbände und Einwohner der Stadt alarmiert: Die imposante Linde zwischen dem Bahnhof Gerolstein und der Kyll sollte gefällt werden. Seitdem sich der Stadtrat mit dem Thema befasst hat und die Nachricht ihre Runde machte, wuchs der Protest. Eine Petition für den Erhalt des Baums wurde mittlerweile hunderte Male unterschrieben.

Kurz an den Anfang der Geschichte: Im Zuge der Neugestaltung des Kyllufers am Bahnhofsgelände in Gerolstein hätten dem Plan nach etliche Wurzeln der 230 Jahre alten Linde gekappt werden müssen. Dadurch werde der Baum zum Risikofaktor, hieß es Ende März bei der Vorstellung der bisherigen Planungen im Stadtrat (der TV berichtete).

Die Standfestigkeit der Linde sei, so der Beschluss des Rates, durch eine Kappung der Wurzeln nicht mehr gegeben, die Sicherheit der Bürger damit gefährdet – Endstation Motorsäge. Nicht alle Ratsmitglieder wollten sich dieser Sicht anschließen.

Es folgten Mahnwachen, Protestschreiben an die für den naturnahen Umbau des Kyllufers zuständigen Behörden und schließlich ein Machtwort des Umweltministeriums: Die Linde solle stehen bleiben, hieß es aus Mainz.

Parallel zum Wirbel um die beschlossene Fällung starteten die Gerolsteiner Grünen, der Naturschutzbund (NABU) und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine Unterschriftensammlung. Das Ergebnis der Aktion: Insgesamt 846 Bürgerinnen und Bürger der Stadt geben kund, dass die markante Linde nicht nur erhalten bleiben, sondern auch in Zukunft geschützt und gepflegt werden solle.

„Das ist ein Erfolg“, sagt Tim Steen, Fraktionssprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat, bei der Übergabe der Unterschriftenliste an Bürgermeister Uwe Schneider. „Angesichts der Corona-Lage hat der größte Teil der Befürworter online unterzeichnet. Unter normalen Umständen hätten wir sicherlich einige Unterschriften mehr eingesammelt“, sagt Steen.

Nachdem nun klar sei, dass die Linde nicht gefällt werde, sagt Schneider, müsse auch der Stadtrat reagieren. „Ich werde dazu eine Sondersitzung einberufen, voraussichtlich wird sie am 12. Mai oder am 19. Mai stattfinden.“ Rechtlich gesehen müsse das Gremium, das die Fällung beschlossen habe, den Entscheid wieder zurücknehmen, erklärt der Bürgermeister.

Die Umbaumaßnahmen auf dem Bahnhofsvorplatz seien zurzeit gestoppt und sollen erst einmal einige Dutzend Meter weiter, im Bereich des Postparkplatzes, erfolgen, sagt Schneider. „Wir werden uns den weiteren Fortgang der Arbeiten um die Linde genau ansehen und auch untersuchen, ob Fehler in der Planung gemacht wurden.“

Überdies werde die Baumbegutachterin Lucia Silvanus alle Maßnahmen, die die Linde betreffen, in Zukunft begleiten.

„Es wird auch kontrolliert, ob durch die bisher ausgeführten Bauarbeiten Schäden am Wurzelwerk entstanden sind“, berichtet Gerolsteins Bürgermeister Uwe Schneider und fügt hinzu: Die Linde hat schon viel gesehen - der Baum ist ein Kämpfer.“