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Vogelfreund Peter Kremer tut wieder Gutes fürs Dorf

Natur : Ein Rundweg mit fast 80 Nistkästen

Peter Kremer hat jede Menge Bäume entlang eines acht Kilometer langen Rundwegs im Dauner Stadtteil Neunkirchen mit Nistkästen bestückt und die Strecke ausgeschildert. Unterwegs lenkt er den Blick der Passanten auch auf Hügel bauende Insekten.

Die Vogelwelt hat es Peter Kremer (66) von Kind an angetan, und das Interesse daran begleitet ihn schon sein ganzes Leben. Da der gelernte Kaufmann auch ein geschickter Handwerker ist, haben seine Werkstücke immer wieder mit dem gefiederten Volk zu tun.

So gehören Vogelfutterhäuschen ebenso zu seinem Repertoire wie Nistkästen. Die Teile sind beliebt. Wenn er sie verkauft, stellt er den Erlös komplett gemeinnützigen Vereinen oder der örtlichen Kindertagesstätte zur Verfügung. Als der Sportverein Neunkirchen noch seine legendären Sommerferienfreizeiten veranstaltete, baute Peter Kremer (1996 war das)  als Ehrenamtlicher mit den Kindern Nistkästen.

    Mit seinem neuesten Projekt tue Kremer wieder „Gutes für unser Dorf“, wie der Ortsvorsteher des Dauner Stadtteils, Wolfgang Hennen, das aktuelle Projekt auf den Punkt bringt. Seit Ostern nämlich hängen an zahlreichen Bäumen entlang eines etwa acht Kilometer langen Rundwegs Nistkästen mit weißen Pfeilen als Richtungsweisern. Es sind unterschiedliche Nistkästen für Eulen, Waldbaumläufer, Blaumeisen, Kleiber und wie sie alle heißen.

Etwa zwei Dutzend Exemplare waren aus den vergangenen Jahren bereits vorhanden; auch sie stammen aus Kremers Werkstatt. Nun sei ihm die Idee gekommen, erzählt er bei der Vorstellung des Rundwegs, weitere 50 zu zimmern und so aufzuhängen, dass sie einem auf der überwiegend durch Wald führenden Strecke immer wieder begegnen.

    Start und Ziel ist am Kirchenplatz in der Mitte des Stadtteils, dessen meiste Straßen Vogelnamen tragen. Von dort geht es am Bürger- und am Feuerwehrhaus vorbei, und außer den ersten Nistkästen sind hier in der Neunkirchener Straße unter anderem eine alte Viehtränke und jenes Haus zu entdecken, in dem bis 1794 Hochgericht gehalten wurde. Man folgt dem Fasanenweg bis zum Ende und befindet sich dann in der Gemarkung „Scheed“ in freier Natur. Der angrenzende Wald heißt „Willerscheid“, wo der Rundweg ein Stück auf dem Eifelsteig verläuft.

   „Hinter Willerscheid“ krabbeln und kribbeln sie, schleppen und bauen Kunstwerke meist über abgestorbenen Baumstämmen, eher flache Hügel an sonnigen Stellen, steilere und höhere im Schatten: Abermillionen von roten Waldameisen.

„Von Jahr zu Jahr werden es mehr“, hat Peter Kremer beobachtet und die etwa 40 Hügel mit in den Rundweg einbezogen. „Wo viele Ameisen sind, ist der Grünspecht nicht weit“, erklärt er und deutet auf die Löcher an einem Ameisenhügel als Zeichen seiner Futtersuche. Ein paar Schritte weiter steht eine von einem Buntspecht bewohnte Lerche. In einer alten Buche befindet sich ein Hornissennest. So viel ist dank Kremers Wegführung für den Spaziergänger in der Natur zu entdecken! Und vom Waldrand aus außerdem noch einen der schönsten Ausblicke auf die St.Anna-Kirche zu erhalten.

   Mit der Zustimmung des Ortsbeirats und dem privaten Engagement von Peter Kremer, unterstützt von Ehefrau Maria, zudem auf eigene Kosten (für Schrauben und Farbe, das Holz hatte er im Vorrat) ist Neunkirchen nun um eine Attraktion reicher. Selbstverständlich kümmert sich der Vater von drei Kindern und inzwischen vierfache Großvater um die einmal im Jahr notwendige Säuberung der Nistkästen. Dann gibt der Mann aus dem Amselweg und Gestalter des „Neunkirchener Nistkasten- und Ameisen-Rundwegs“ dem TV-Leser noch einen Tipp: „Auf keinen Fall mehrere Nistkästen an einem einzigen Baum anbringen und mindestens 25 Meter Abstand zum nächsten Baum halten“, rät er – „sonst gibt es nur Gezänk.“