Volksbank bezieht in Daun voraussichtlich 2022 ein neues Gebäude

Kostenpflichtiger Inhalt: Wirtschaft : Bekenntnis zu Daun: Neubau für Volksbank

Scheidender Bankchef verkündet: Derzeitiges Gebäude hat ausgedient, voraussichtlich 2022 zieht die Bank um – auf die andere Straßenseite.

„Es ist klar, dass man baulich in Daun etwas machen muss“, hatte Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank (Voba) RheinAhrEifel, im Januar bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2018 in Aussicht gestellt. Gemeint war die Entscheidung darüber, wo man einen Neubau errichten könne und was mit dem in die Jahre gekommenen Gebäude in der Abt-Richard-Straße geschieht.

Kurz vor seinem Abschied aus dem Berufsleben hat Schmitz im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund verkündet, wie die Entscheidung ausgefallen ist. Die Voba baut neu, und zwar gleich gegenüber des derzeitigen Standorts auf dem Grundstück der Rechtsanwalts-Kanzlei Lauer-Nack, Thielen, Ewertz und Steudter. Die Anwälte wiederum ziehen ins Voba-Gebäude, für Schmitz eine „echte Win-win-Situation für alle Beteiligten und ein deutliches Bekenntnis zu unserem Standort Daun.“

Den kennt der 63-Jährige bestens, denn zur damaligen Voba Daun kam er 1991, fünf Jahre später wurde er Mitglied des Vorstands. Seitdem ist eine ganze Menge passiert: Waren es einst 70 Millionen Euro Bilanzsumme, die im überschaubaren Geschäftsgebiet der Voba Daun erwirtschaftet wurden, sind es bei der Voba RheinAhrEifel heute – nach der vor Kurzem juristisch vollzogenen Fusion mit der Voba Koblenz Mittelrhein – 3,5 Milliarden Euro. „Natürlich hat es auch Kritik an den Fusionen der vergangenen Jahre gegeben, aber daran führte aus meiner Sicht kein Weg vorbei. Die vielen kleineren Banken hätten sich kaum behaupten können“, sagt der gebürtige Monrealer.

Der Zusammenschluss mit der Voba Koblenz Mittelrhein ist der letzte, den Schmitz mit verantwortet hat, denn am 30. September endet für ihn seine 1972 begonnene berufliche Laufbahn (siehe Info). Die Weichen dafür sind schon länger gestellt worden. „Die Entscheidung, mit 63 Jahren aufzuhören, ist bereits vor vier Jahren auf den Weg gebracht worden, gemeinsam mit meiner Frau, die nun auch in den Ruhestand gehen wird.“ In den vergangenen Tagen war er im Geschäftsgebiet der Bank unterwegs, um sich von so vielen Kollegen wie möglich persönlich zu verabschieden.“ Der Besuch in Daun ist aber doch ein besonderer, denn: „Die gut zehn Jahre als Vorstandsvorsitzender waren eine tolle Zeit, aber die in Daun war aufs Ganze gesehen die schönste“, sagt Schmitz.

Und den Kontakt in die Kreisstadt will er auch als Ruheständler nicht abreißen lassen: „Ich werde sicher häufiger vorbeikommen, um Freund- und Bekanntschaften zu pflegen, aber auch, um zu verfolgen, wie der Neubau entsteht.“

Für dieses Projekt wird die Voba groß investieren, „am Ende wird es mit allem eine zweistellige Summe werden.“ Die Kosten für den Neubau allein schätzt er auf sechs bis sieben Millionen Euro.

„Das derzeitige Gebäude auf Vordermann zu bringen, hätte sicher auch einige Millionen gekostet. Es ist zwar nicht marode, aber eben nicht mehr das, was wir künftig brauchen. Wenn schon so viel Geld investiert wird, dann in ein Vorhaben, dass unseren Anforderungen entspricht“, erklärt Schmitz.

Unterschrieben ist die Vereinbarung mit der benachbarten Kanzlei noch nicht, aber der scheidende Bankchef ist guter Dinge, „dass wir den Ringtausch bald über die Bühne bringen. Es ist eine vernünftige Lösung für die Stadt und alle Beteiligten, auch wenn der Abriss der Jugendstil-Villa, in der die Kanzlei untergebracht ist, sicher noch für Diskussionen sorgen wird.“

Für einige Jahre wird die Volksbank noch in ihrem Standort (oben) beheimatet sein, dann geht es in einen Neubau. Für den muss das Gebäude, in dem die Rechtsanwaltskanzlei ihren Sitz hat (unten),  weichen. Foto: TV/Stephan Sartoris
Foto: Stephan Sartoris. Foto: TV/Stephan Sartoris
Elmar Schmitz 1994, damals in Diensten der Volksbank Daun. Foto: TV/Hans-Jürgen Vollrath

Geplant sei, dass die Voba 2022 ins neue Gebäude einzieht. „Das Alltagsgeschäft läuft bis dahin weitgehend normal am derzeitigen Standort weiter, und wenn alles läuft wie geplant, wird es einen geschmeidigen Übergang geben.“ Und wie sieht sein Übergang in den Ruhestand für ihn aus? „Am Sonntag geht es in den Urlaub, meine Frau und ich fahren in die Pfalz zum Wandern.“

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