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Volksbank RheinAhrEifel: zufriedenstellende Zahlen für 2020

„Die Spätfolgen der Pandemie sind natürlich noch nicht klar“: : Volksbank RheinAhrEifel wirft zufriedenen Blick auf Geschäftsjahr 2020

In ihrer digitalen Bilanzpressekonferenz präsentierte die Volksbank RheinAhrEifel eG zufriedenstellende Zahlen des Pandemiejahrs 2020. Gerade die ländliche und mittelständische Struktur der Region erweist sich als Glücksfall.

 Von einem „zufriedenstellenden Ergebnis“ zum Abschluss des vergangenen Geschäftsjahres sprach Vorstandsvorsitzender Sascha Monschauer und von sehr herausfordernden Zeiten, die jedoch schnell stabilisiert werden konnten und zum Jahresabschluss auf einem guten Niveau endeten. Das Kreditgeschäft der Genossenschaftsbank sei um mehr als 11 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gewachsen, auch die Kundeneinlagen stiegen um über 11 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das gesamte Plus im Vergleich zum coronalosen Vorjahr 2019 entspreche mehr als 700 Millionen Euro, so dass eine Grunddividende von zwei Prozent sowie ein Bonus von weiteren zwei Prozent vorgeschlagen werde.

Also keine Spur von Pandemiekrise in der Eifel? Nicht unbedingt, wie Monschauer und auch der für den Regionalmarkt Vulkaneifel zuständige Thomas Klassmann erläuterten. Wegen Corona wurden über die Voba rund 270 Fördermitteldarlehen mit einem Volumen von fast 44 Millionen Euro beantragt, es gab rund 1800 Tilgungsaussetzungen von bis zu einem Jahr Dauer bei Privat- und Firmenkunden. „Der Beratungsbedarf hat sich stark erhöht“, so die Banker.

Bankeigene Kredite wuchsen von rund 600 Millionen Euro in 2019 auf 916 Millionen Euro in 2020 an. Untypisch, aber für den besonders ländlich geprägten Teilmarkt Vulkaneifel positiv: Hier war die Nachfrage nach Krediten besonders hoch. Denn trotz Corona investierten die Unternehmen in nennenswertem Umfang. Auch die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen nahm vergleichsweise stark zu – mehr Menschen als zuvor wollen in der Eifel bauen oder ein Haus kaufen. „Eine Immobilienblase droht in unserer Region jedoch nicht“, so Monschauer.

Der gestiegene Kreditbedarf ist in der andauernden Nullzinsphase auch ein Positivfaktor für die Bank: „Man muss im Kreditgeschäft wachsen, um noch etwas zu verdienen“, so die Logik der Branche. Monschauer sprach von einem „Anlagenotstand“: Wenn ein Kreditinstitut das Geld seiner Kunden bei der Zentralbank lagert, sind Minuszinsen zu zahlen; viele Anlageformen sind mit Risiken behaftet, die abgesichert werden müssen und darum weitere Kosten verursachen. Auch die Voba RheinAhrEifel hat darum zum 1. Januar so genannte Verwahr-Entgelte eingeführt, die je nach Einlagenhöhe und individuell mit den jeweiligen Geschäfts- und Privatkunden vereinbart werden.

Was die Pandemiefolgen insbesondere in der Vulkaneifel angeht, so schilderte Thomas Klassmann eine stabile Lage. „Einzelfälle sind problematisch, aber im Großen und Ganzen kann man guter Dinge sein.“

Sowohl im Teilmarkt Eifel wie im Bereich der Voba RheinAhrEifel insgesamt gebe es wenig Risiken: „Die Unternehmen sind bodenständig und haben Substanz, hinzu kommen eine hohe Eigentumsquote und eine gute Kapitalausstattung.“ Sogar Pandemiekrisengewinner mit entsprechenden Geschäftsfeldern gebe es in der Region. Das Handwerk und die meisten Industriebetriebe hätten problemlos durcharbeiten können.

Viele inhabergeführte Geschäfte müssen zumindest keine Miete zahlen und können Angestellte in Kurzarbeit schicken. Auch könne die Gastronomie, welche die Vulkaneifel stark prägt, auf eine sehr gute Sommersaison zurückblicken, die das Minus durch den ersten Lockdown zumeist habe ausgleichen können.

Daher gebe es bislang kaum Liquiditätsengpässe, man warte jedoch dringend auf die zugesagten November- und Dezemberhilfen. „Die Spätfolgen der Pandemie sind natürlich noch nicht klar.“ Bereits erhöhten Unterstützungsbedarf haben die Vereine. Für sie hat die Voba ein Corona-Sonderprogramm in Höhe von 150 000 Euro aufgelegt.

Eine gute Nachricht für alle, die weiterhin von Angesicht zu Angesicht mit „ihren“ Bankern Kontakt haben wollen: Filialschließungen wird es 2021 nicht geben, sicherte Sascha Monschauer zu. Doch im kommenden Jahr werden voraussichtlich weitere Anpassungen des stationären Bankangebotes vorgenommen.