Vom Bolzplatz bis zum Kletterbaum
Normalerweise existieren von einer Stadt nur Stadtpläne, die für Erwachsene gemacht sind. In Rheinland-Pfalz gibt es aber auch 80 Städte, die einen speziellen Kinderstadtplan haben. Dazu gehört nun auch Daun. "Von Kindern für Kinder gemacht" war das Motto des Projekts.
Daun. "Zwei Tage sind wir bei Sonnenschein und Eiseskälte durch die Stadt gezogen", erinnert sich Martin Theodor vom Beratungszentrum für kommunale Bürgerbeteiligung an seine Begegnung der anderen Art mit der Stadt Daun. Doch was er und rund 40 Kinder der vierten Jahrgangsstufe der Grundschule in dieser Zeit für alle Kinder getan haben, die in Daun wohnen oder die Stadt besuchen, hat sich gelohnt.
Ein bunter Stadtplan mit großen, bunten und lustigen Symbolen zeigt jetzt jedem Kind, wo und wie es die Kreisstadt am besten erleben kann. Das reicht von Spiel- und Sportplätzen, Bolzplätzen und Stellen, wo man am besten einen Drachen steigen lässt, über Treffpunkte zum Spielen bis zum Hinweis, wo ein Kletterbaum steht.
Auch an die Sicherheit der Kinder wurde gedacht; besondere Gefahrenpunkte etwa an Straßen und Kreisverkehren werden aufgezeigt. Dort warnt ein gelbes Dreieck auf dem Kinderstadtplan vor der Gefahr.
In der alten Sporthalle der Grundschule Daun, die zum ersten Mal seit den Umbauten wieder benutzt wurde, warten 290 Kinder sehnsüchtig auf ihren Stadtplan. Der wird den beiden Bürgermeistern Werner Klöckner (Verbandsgemeinde Daun) und Wolfgang Jenssen (Stadt Daun) bei der Verteilung regelrecht aus den Händen gerissen und sofort genau unter die Lupe genommen.
"Den finde ich toll, besonders weil die Fußball- und Bolzplätze draufgezeichnet sind und ich sehe, wo man Ski fahren kann", sagt Florian. Kay-Erik hat mehr sein Hobby, die Eisenbahn im Visier. "Der Plan ist super gut, weil auch der Bahnhof drauf ist", sagt er.
Bürgermeister Klöckner lobt das Engagement der Kinder. "Der Kinderstadtplan ist eine ganz tolle Sache geworden, ohne euch wäre das nicht möglich gewesen. Es ist ein Stadtplan von Kindern, die hier wohnen und somit Experten in der eigenen Sache sind, für alle anderen Kinder und die als Gäste hierhinkommen." Die Idee zu dem Kinderstadtplan kam von Martin Theodor aus dem von ihm moderierten Jugendforum der VG Daun: "Das, was die Kinder mir bei den Streifzügen durch Daun gezeigt haben, wurde fast alles übernommen."
3000 Exemplare des Kinderstadtplans wurden gedruckt, erhältlich ist der Plan kostenlos bei der Touristinformation Daun und im Dauner Rathaus. 4100 Euro oder 60 Prozent der Kosten von 6900 Euro hat sich die Verbandsgemeinde Daun das Projekt kosten lassen, das Jugendministerium bezuschusste das Projekt mit 40 Prozent.