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Vom Schandfleck zum Schmuckstück

Vom Schandfleck zum Schmuckstück

GEROLSTEIN. Wundersame Verwandlung vom Schandfleck zur feinen Adresse: Das "Albertinum" wird für fünf Millionen Euro wieder zum Gerolsteiner Aushängeschild wie in den 30er-Jahren.

Die Kiffer und Penner sind weg. Ebenso die Müllberge und Matratzenlager. Nachdem aus dem Hotel nach dem Krieg ein renommiertes Internat und danach ein Übergangswohnheim für Aussiedler wurde, kam im August 2001 das vorläufige Ende des Albertinums. Das 2800 Quadratmeter große Areal wurde zum Schandfleck (TV berichtete mehrmals). Ein Ende des Gezerres zwischen dem Bistum als Eigentümer und der finanzschwachen Stadt Gerolstein mit der Kommunalaufsicht im Genick brachte im Mai 2004 Bernd Wirtz als Investor. Der Schweicher Architekt und Geschäftsführer der Firmen Grund20 sowie Beda-Regiebau wird insgesamt fünf Millionen Euro in das Projekt "Wohn- und Dienstleistungszentrum Albertinum" investieren. Die Vermarktung vor Ort hat Finanzberater und Immobilienmakler Bernd May übernommen. Kompetenzen bündeln, Kunden akquirieren

Die ersten Mieter sind schon ins schmucke Hauptgebäude, das komplett saniert wurde, eingezogen. Vier Mitarbeiter einer Versicherungsgesellschaft sind die ersten im Dienstleistungszentrum. Versicherungsexperte Frank Becker: "Der Standort ist wesentlich repräsentativer als vorher in Bahnhofsnähe. Außerdem hoffen wir, durch weitere Mieter im Haus Kompetenzen zu bündeln und neue Kunden zu akquirieren." Vermarkter May hat noch mehr Mieter an Land gezogen. In Räume der ersten Etage wird im März ein Rechtsanwalt mit sechs Angestellten einziehen. Er verlegt seine Kanzlei von Hillesheim nach Gerolstein. Einen weiteren Umzugsweg hat ein Reiseveranstalter von Köln. Auf Grund familiärer Beziehungen der Chefin zu Gerolstein wird die mehr als zehnköpfige Crew im Februar in die Eifel wechseln. May erklärt: "Das ist kein klassisches Reisebüro. Die Firma organisiert seit 15 Jahren hochkarätige Abenteuer- und Kulturreisen." Einen Interessenten für den linken Flügel des Erdgeschosses hat May auch schon an der Hand. Geplant ist ein Gastronomiebetrieb. Als Attribut an den erstklassigen Blick von der Südhanglage auf die Stadt und ins Kylltal soll eine große Außenterrasse angebaut werden. May: "Und außerdem geht der Geo-Wanderweg zur Munterley unmittelbar am Haus vorbei." Die Hälfte der 1500 Quadratmeter Gewerbeflächen ist bisher vermietet. May gibt sicht optimistisch: "Die Mietpreise zwischen vier Euro und 4,50 Euro sind äußerst moderat für diese erstklassige Lage in Gerolstein." Von der Südhanglage und dem Blick ins Kylltal werden auch die künftigen Eigentümer der "Stadtvilla Albertinum" profitieren.Parkcharakter soll auf jeden Fall erhalten bleiben

Investor Wirtz wird im Laufe des Jahres die Stadtvilla mit acht Eigentumswohnungen zwischen Albertinum und St. Matthias Gymnasium bauen. Die Preise für die 55 bis 95 Quadratmeter großen Wohnungen liegen zwischen 90 400 Euro und 156 000 Euro. May freut sich: "Eine Wohnung ist schon reserviert." Auf dem Areal gibt es außerdem noch Platz für zwei weitere Häuser. Für deren Bautermine gäbe es allerdings noch keine konkreten Planungen. Derweil ist allerdings schon klar, dass aus dem Anbau des Albertinums Richtung Aloys-Schneider-Straße, der stets als Wohnung des Internats- oder Heimleiters genutzt wurde, ein separates Einfamilienhaus werden soll. Über die Zukunft der ehemaligen Kapelle im Albertinum-Park ist noch nicht entschieden. May meint: "Sie könnte zu einem exklusiven Wohnhaus umgebaut werden." Vandalen hatten Teile der bleiverglasten Fenster zerstört. Der Park wird sich verändern. Vor dem Haupteingang werden 15 Parkplätze entstehen. Dafür müssen einige Bäume gerodet werden. May verspricht: "Wir werden das sehr dezent angehen, da der Parkcharakter auf jeden Fall erhalten bleiben soll."