1. Region
  2. Vulkaneifel

Geschichte: Vom Stall zur Pfarrkirche

Geschichte : Vom Stall zur Pfarrkirche

Vor 175 Jahren entstand in Schalkenmehren die Pfarrkirche St. Martin.

Die Geschichte der Pfarrei Schalkenmehren ist eng mit dem Ort Weinfeld verbunden. 1562 zog der Pastor Peter von Mehren als letzter Weinfelder nach Schalkenmehren, die Weinfelder Kapelle war jedoch weiterhin Pfarrkirche.

Das Allerheiligste und der Taufstein blieben bis 1727 dort, und 1825 wurde die letzte Heilige Messe in der heutigen Friedhofskapelle gehalten. Der Pastor Peter von Mehren dürfte in Schalkenmehren eine neue Kapelle gebaut haben. Anno 1713 wird überliefert, dass diese früher einem Stall ähnliche Anlage sich in einem würdigen Zustand befand. Bischof Hommes fand jedoch 1830 das Kircheninnere in Schalkenmehren in so schlechter Verfassung, dass er auf einen Neubau drängte.

Dieses Vorhaben brachte für die Bevölkerung Schalkenmehrens große Lasten und Entbehrungen. Das neue Gotteshaus entstand 1844/45 nach den Plänen des Dauner Baumeisters Bartels und wurde am 12. November 1845 eingesegnet.

Die Jahreszahl 1845 hat für die St. Martin Kirche und die Pfarrei im Drei-Maare-Dorf also große Bedeutung. Das neue Gotteshaus erhielt 1868 für 374 Taler drei neue Altäre, und die frühere Kirche hatte schon drei Glocken, wovon die größte aus Weinfeld stammte. Eine Orgel und 14 Kreuzwegstationen wurden 1879 angeschafft, 1881 folgte eine Turmuhr.

Der damalige Kirchenvorstand und Dechant  Feld schlossen sich 1957 einem allgemeinen Trend an. Das Innere des Gotteshauses wurde „modernisiert“. Altäre, Predigt- und Beichtstuhl, Kommunionbänke und Kreuzwege wurden entfernt – und später sehr vermisst. Zudem wurden die wertvollen Gemälde an der Decke und an den Wänden unkenntlich gemacht, einfach weiß übertünscht, und das Kirchenschiff erschien leer und etwas trostlos.

Ein neuer Steinaltar mit Steinmetzarbeiten und eine neue einfache Kanzel sorgten für eine schlichte Gestaltung. Bereits 1981 wurde der Entschluss gefasst, die dezenten Innengemälde wieder freizulegen, die Kirche in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Es folgten weitere Sanierungs- und Renovierungsarbeiten. Von 1981 bis 1984 wurde eine neue Heizungsanlage installiert, während von 1985/86 eine komplette Außenrenovierung erfolgte. 1987 wurde der Klang der Orgel verbessert, die mehrmals neu gestimmt wurde, und 1991 wurde für ein freundlicheres Inneres des Sakristeiraumes gesorgt.

1995 erfolgte die Stabilisierung des Glockenstuhls, ein elektrisches Geläut wurde eingebaut. 2016 erhielt die St.-Martin-Kirche ein neues Eingangsportal. Permanente Ausbesserungen und Restaurierungen an Dach, Dachstuhl sowie weiteren Elementen folgten.

 Das Innere der Pfarrkirche St.Martin. Schmuckornamente und Gemälde wurden 1981 von Restauratoren wieder sichtbar gemacht. Foto: Bernd Schlimpen
Das Innere der Pfarrkirche St.Martin. Schmuckornamente und Gemälde wurden 1981 von Restauratoren wieder sichtbar gemacht. Foto: Bernd Schlimpen Foto: TV/Bernd Schlimpen

Weinfeld ist mit Schalkenmehren eng verbunden geblieben, weil dort die Schalkenmehrener ihre letzte Ruhestätte finden und niemand aus dem Dorf möchte wohl woanders begraben sein.