Von der Fifa lernen oder: Wem gehört die Stadt?

Von der Fifa lernen oder: Wem gehört die Stadt?

Ja, ja, der Herbert Schneiders: Er lebt und liebt die Politik, und in der versteht man bekanntermaßen keinen Spaß. So mokierte er sich kürzlich über "Mach et, Astrid" Schmitt, die sich erdreistet hatte, von "ihrem" Wahlkreis zu sprechen.

Das geht wirklich nicht! Der Wahlkreis 20 gehört Herbert Schneiders. Als Jurist sollte er es doch hinkriegen, dass so was auch rechtlich festgezurrt wird. Vorschlag: Er sollte einen Blick in die Statuten des Fußball-Weltverbands Fifa werfen. Darin steht: Wer drei Mal den Weltmeistertitel gewinnt, darf den entsprechenden Pokal für immer behalten. Diesen Passus abgewandelt ins Abgeordneten-Gesetz übernehmen, und schon steht fest: Nach den Titelgewinnen 1991, 1996, 2001 und 2006 darf Schneiders den Wahlkreis für sich allein reklamieren. Aber wie ist das mit Landräten und Bürgermeistern? Kann man das auch auf die übertragen? Gehört beispielsweise die Stadt Daun Wolfgang Jenssen, wenn er 2009 wiedergewählt wird? Oder gehört sie ihm ohnehin nicht schon jetzt? Oder gibt es ein Streichresultat, wenn man wie Jenssen 1994 diese Stadtbürgermeister-Wahl schon mal verloren hat? Ich merke schon: Bei einem solchen Thema gibt es mal wieder mehr Fragen als Antworten. Wenn ich schon mal bei der Nachlese der Landtagswahl bin: Habt ihr auch gemerkt, was für ein ausgebuffter Profi der Edmund Geisen ist? Als er nach Berlin ging, haben manche gelächelt, weil er dort in der Opposition war (und ist), während in Mainz die FDP noch munter mit regierte. Aber der Mann hat den richtigen Riecher gehabt: Jetzt sitzt die FDP in Berlin und in Mainz am Katzentisch, aber merke: Wenn schon Opposition, dann wenigstens besser bezahlt im Bund.

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