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Kirche: Von der Freude, Pfarrer zu sein

Kirche : Von der Freude, Pfarrer zu sein

Pfarrer Holger Banses erste und letzte Stelle in seiner zu Ende gehenden Dienstzeit war die Evangelische Kirchengemeinde Adenau, zu der auch Kelberg gehört. Am 14. April wird er in den Ruhestand verabschiedet.

Nichts anderes hätte er werden oder tun wollen: Auf diesen Punkt bringt Holger Banse die knapp vier Jahrzehnte, in denen er evangelischer Pfarrer war – „die schönste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann“, bekräftigt er noch.

Es ist der Schlusssatz seines Vortrags mit dem Titel „Von der Freude, Pfarrer zu sein“, gehalten im Jugendheim in Müllenbach nach einer gemeinsamen ökumenischen Kreuzweg-Andacht mit seinem katholischen Amtsbruder Klaus Kohnz. Drei Wochen wird Banse ab diesem Zeitpunkt noch im Amt sein. Am Sonntag, 14. April, wird er um 11 Uhr in der Evangelischen Erlöserkirche Adenau verabschiedet. Danach will er als Pfarrer im Ruhestand in Berlin und an der Ostsee leben.

Holger Banse ist Jahrgang 1953, geboren in Koblenz, aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie mit fünf Kindern, „nicht besonders religiös“, wie er einräumt. Vorbild für den Berufswunsch Pfarrer sei sein ältester Bruder gewesen, erzählt Banse. „Und es gab zwei Wendepunkte in meinen jungen Jahren“, sagt er mit Blick auf seinen Wechsel von einem Humanistischen Gymnasium zur Hauptschule (das Abitur macht er schließlich an einem Wirtschaftsgymnasium) und auf die vorzeitige Beendigung der Bundeswehrzeit zugunsten des Theologiestudiums in Wuppertal. Am 1. April 1982 tritt Banse in der Evangelischen Kirchengemeinde  Adenau (siehe Info) seine erste Pfarrstelle an. „Hier habe ich viel gelernt, aber ich hatte noch nicht die Freude, wie ich sie heute empfinde“, erklärt er. 1989, inzwischen zweifacher Familienvater, übernimmt er eine Pfarrstelle in Mailand/Italien. „Eine wiederum sehr lehrreiche, besonders von der Ökumene und dem christlich-jüdischen Dialog geprägte Zeit“, skizziert Banse die Jahre bis 1995. Nächste Station wird – für 17 Jahre  die Evangelische Kirchengemeinde in Hamm an der Sieg im Westerwald. 2012 beginnt sich der berufliche Kreis zu schließen; denn Banse kehrt für seine letzten sechseinhalb Dienstjahre nach Adenau,  den Ort seiner ersten Pfarrstelle, zurück. „Ich freue mich auf jeden Gottesdienst“, sagt er. „Und darüber, dass ich die Menschen in den sehr schönen Momenten ihres Lebens genauso wie in schwierigen Situationen begleiten darf.“

Als Pfarrer habe man so viele Möglichkeiten, man führe tiefe Gespräche und höre Lebensgeschichten, betont Banse. Was aus der evangelischen Kirche wird, macht Banse Sorgen. „Wir steuern auf einen immensen Pfarrermangel zu“, weiß er. Das betrifft aber zumindest „seine“ Gemeinde (noch) nicht. Denn bereits am 1. Mai beginnt die Pfarrerin Claudia Rössling-Marenbach hier ihren Dienst.