Natur: Von der Notwendigkeit der Treibjagden

Natur : Von der Notwendigkeit der Treibjagden

Der Kreisjagdmeister Ulrich Umbach erläutert im Gespräch mit dem TV die Bedeutung der laufenden Treibjagden. Und wirbt um Jägernachwuchs.

Grundsätzlich gebe es ein hohes Verständnis für die Notwendigkeit der Jagdausübung, weiß Ulrich Umbach aus seinen fast drei Jahrzehnten im Amt als Kreisjagdmeister in der Vulkaneifel. „Doch stoßen Jäger immer wieder auch auf Anfeindungen und die Meinung, dass das Töten von Wildtieren verwerflich sei“, räumt er ein – „besonders jetzt in der Treibjagdzeit“, sagt er. Immerhin werden in der Zeit zwischen Mitte Oktober und Mitte Januar allein im Landkreis Vulkaneifel an die 150 Treibjagden gehalten.

   „Und das mit Fug und Recht“, wie der Kreisjagdmeister betont. Die Jagdausübung sei in der Menschheitsgeschichte tief verankert und verwurzelt. Zwar werde Wild heutzutage nicht mehr geschossen, um sich ausschließlich davon zu ernähren, wie es bei den Jägern und Sammlern in der Frühgeschichte der Menschheit der Fall gewesen sei, erklärt Umbach. An der Notwendigkeit habe sich aber nichts geändert, wenn auch aus anderen Gründen. Die lauten erstens: Das Wildbret ist ein sehr hochwertiges Lebensmittel; zweitens: Die Wildbestände in dicht besiedelten Regionen müssen reguliert werden, um Schäden in der Land- und Forstwirtschaft in Grenzen zu halten; drittens: Die Jagd beugt Krankheiten und Seuchen vor. Der zuletzt genannte Grund sei zurzeit höchst aktuell. Stehe doch mit der Afrikanischen Schweinepest eine Seuche unmittelbar vor den Grenzen Deutschlands. „Je höher die Wilddichte, umso rasanter verbreitet sich eine Seuche“, beschreibt Umbach die prophylaktische Bedeutung der Jagd.

    Und diese erfolge am effektivsten durch großangelegte, revierübergreifende Treibjagden, die zumeist an den Wochenenden der Herbst- und Wintermonate stattfinden. Hier verweist Umbach auf die besonderen Vorkehrungen zur Vermeidung von Verkehrsunfällen. Denn die Jagden tangieren auch Straßen, die von Wildtieren und Jagdhunden überquert werden. „Daher werden dann, von den Jagdausübungsberechtigten beantragt, auf Anordnung der Kreisverwaltung entsprechende Hinweisschilder durch die zuständigen Straßenmeistereien angebracht“, erklärt er.

     Als Kreisjagdmeister ist Umbach kraft Amtes auch Vorsitzender des Jägerprüfungs-Ausschusses und kommt auf ein weiteres Anliegen zu sprechen. „Wir brauchen Jägernachwuchs“, sagt er. In der Ausbildung engagiere sich die Kreisgruppe Vulkaneifel im Landesjagdverband Rheinland-Pfalz mit dem so genannten Mentorenmodell. Es beinhaltet eine halbjährige Ausbildung bei einem jagdlichen Lehrherrn. „Wir sind überzeugt, dass dieses Modell der Vorbereitung auf die vielfältige Jagdpraxis am besten gerecht wird“, sagt Umbach. Der nächste Lehrgang beginnt im April 2019 (siehe Info).

Mehr von Volksfreund