Von einer Kneipe in die andere

GEROLSTEIN. 2500 Gäste kamen zur vierten Auflage der Gerolsteiner Kneipennacht. Organisatoren und Nachtschwärmer waren durchweg zufrieden. Der Spaß wurde manchmal von langen Wartezeiten bei Regenwetter auf den nächsten Bus getrübt. Die Polizei hatte nur wenig in der Kneipennacht zu tun.

"Mit 2500 Besuchern ist die Kapazität bei zwölf teilnehmenden Kneipen erschöpft", rechnete Hans-Peter Böffgen, Chef der Touristik- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TW) Gerolsteiner Land vor. Fürs kommende Jahr hätten allerdings schon zwei weitere Gastwirte ihre Teilnahme angekündigt: das russisch-deutsche Lokal am Kreisel in Gerolstein-Nord und der Biergarten am Turm in Birresborn. Cheforganisator Böffgen zog um drei Uhr in der Nacht eine "vorläufig sehr positive Bilanz". Er hatte während der ganzen Nacht "das Ohr direkt am Kunden", denn er steuerte den Ersatzbus. Wenn es bei einer der fünf Routen zum Stau kam, übernahm er eine Zusatztour. Besonders die Route Richtung Pelm war stark frequentiert und hoch zum Forsthaus Kasselburg konnte der große Bus aus Platzgründen überhaupt nicht eingesetzt werden. Auf dem zentralen Platz für den Shuttle-Service am Rondell drängten sich mitunter die Partygäste unter dem Vordach der Imbiss-Bude und im Bushäuschen zu Trauben zusammen. Im Regen stehen gelassen fühlten sich einige Nachtschwärmer: "Das ist keine Kneipensause, sondern eine Regen-Steh-Party". Allerdings war das Warten im Bus rasch vergessen. Gemeinsam mit anderen Partygästen kehrte die ausgelassene Stimmung schnell zurück. Manchmal hätten die Busfahrer wohl Ohrschützer gebraucht. Das Kneipennacht-Publikum war sehr gemischt. Jung und Alt war unterwegs. Sandra Schreiner (17) visierte mit ihrer Clique die "Ente" als erstes Ziel an. Eine fünfköpfige Damenriege aus Langenfeld bei Leverkusen tingelte durch vier Gerolsteiner Kneipen, bevor sie im Birresborner Hotel zur Krone landete. Gabi Knoche meinte: "Das war echt klasse. So was gibt es in Langenfeld nicht." Ihre Freundinnen Sabine Kopp und Hilde Schäfer sagten: "Wir kommen wieder, aber besser wäre es, das ganze zwei Tage lang anzubieten." Nur so seien die vielen guten Bands auch wirklich zu genießen. Die gute Bilanz der vierten Gerolsteiner Kneipennacht wurde durch einen sehr knappen Polizeibericht abgerundet. Zwar war ausnahmsweise in der Kneipennacht die Gerolsteiner Wache besetzt - zusätzlich zu den Streifen von der Polizeiinspektion Daun, aber die Beamten hatten nur wenig zu tun. Polizeihauptkommissar Herbert Etzig: "Es liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung vor. Im Vorbeigehen schlug ein alkoholisierter Mann einem anderen die Nase blutig." Der Täter, etwa Mitte 20, sei noch unbekannt. Der Vorfall habe sich kurz nach drei Uhr im Rondell ereignet. Bei mehreren Verkehrskontrollen sei nichts Auffälliges registriert worden.