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Vor 40 Jahren ist in Dockweiler der Gemischte Chor gegründet worden

Musik : Freude an Gesang und Gemeinschaft

Vor 40 Jahren wurde in Dockweiler der „Gemischte Chor“ gegründet – mit 80 Mitgliedern. Die Schar ist zwar kleiner geworden, nicht aber der Spaß am Singen. Am 18. und 19. Mai wird gefeiert.

Matthias Haas kennt wie kaum ein anderer die Geschichte des Gemischten Chores seines Heimatdorfs Dockweiler. Denn seit der Gründung am 30. März 1978 ist er als Sänger mit von der Partie, seit mehr als 30 Jahren im Vorstand (siehe Extra), seit langem schon der zweite Vorsitzende. Der Kirchenchor hatte sich seinerzeit aufgelöst.

Da habe Wilhelm Josef Reichertz die Idee gehabt, einen neuen Chor zu gründen, der geistliches und weltliches Liedgut im Repertoire habe, erinnert sich Matthias Haas. Aus Freude am Singen sei er damals dem Aufruf gefolgt, so wie ungefähr 80 weitere Männer und Frauen allen Alters aus den Dörfern der Pfarrgemeinde Dockweiler, erzählt der heute 63-Jährige. „Und habe es nie bereut“, betont er. „Es macht mir immer noch Spaß, und die Gemeinschaft ist das A und O“, bringt er seine Mitgliedschaft seit vier Jahrzehnten auf den Punkt. „Wir sind leider nur noch zu zweit im Tenor“, räumt er ein, „da wird es manchmal eng.“

25 Aktive hat der Gemischte Chor Dockweiler heute noch. Sie kommen aus Betteldorf, Daun, Dockweiler, Dreis, Hohenfels und Sarmersbach. Die Jüngste ist 38, der Älteste 82.

Ute Betten ist seit 1988 die Chorleiterin; vor ihr hatten das Amt Manfred Kuhl und Ruprecht Matuschek inne. Im jährlichen Wechsel finden ein Liederabend und ein Konzert in der Vorweihnachtszeit statt. Die freundschaftlichen Verbindungen zu den anderen Chören des Sängerkreises Vulkaneifel und auch zu Chören aus benachbarten Sängerkreisen werden durch gegenseitige Auftritte gepflegt.

Der Gemischte Chor wirkt bei kulturellen Ereignissen im Dorf mit und singt auf Wunsch bei goldenen Hochzeiten.

In der Chronik (und in den Herzen der Mitglieder) finden sich die Erinnerungen an Auslandsreisen mit Auftritten im kroatischen Split, in Budapest, Rom und Paris – dort in der Kirche „Notre Dame“.

So sei auch das Feuer, das dort kürzlich wütete, Gesprächsthema unter den Sängern gewesen, erklärt Matthias Haas. „Das ging allen unter die Haut, die damals dabei waren“, sagt er. Mehr als 30 Jahre gab es einen Kinder- und einen Jugendchor in der Trägerschaft des Gemischten Chores. Zurzeit ruhen beide Gruppen – „mangels Masse“, bedauert Ute Betten.

Der Nachwuchs ist auch die große Sorge des Vorsitzenden Karl-Heinz Bartz. Im Chor herrsche ein hohes Maß an Verlässlichkeit, Verständnis und musikalischem Können. „Aber wir wünschen uns dringend weitere Sänger. Vor allem Männerstimmen fehlen“, erklärt Bartz. Tatsächlich ist Masse aber nicht alles. Das spürt, wer in den Genuss der Lieder des Gemischten Chores kommt, so wie der Trierische Volksfreund beim Probenbesuch.

Etwa wenn sie ihr Begrüßungslied auf Mozarts kleine Nachtmusik ebenso kraftvoll und lebhaft wie anmutig aufführen oder ihre Zuhörer mit dem  Wunsch „Kutt jot heim“ musikalisch verabschieden.

Das Jubiläum des Gemischten Chores Dockweiler beginnt am Samstag, 18. Mai, um 19.30 Uhr im Pfarrer-Hubert-Schmitz-Haus. Es finden Ehrungen statt, und es treten befreundete Chöre auf: der Frauenchor Steinborn (Kreis Bitburg-Prüm), der Männergesangverein Mückeln und die Chorgemeinschaft Leudersdorf-Niederehe. Am Sonntag, 19. Mai, ist um 10.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche Dockweiler; diesen gestaltet die Chorgemeinschaft Bongard musikalisch. Anschließend ist Frühschoppen, wiederum im Pfarrer-Hubert-Schmitz-Haus.