Vorbei die schönen Schwimmerzeiten: Als Stadtkyll noch ein Freibad hatte

Freizeit : Und heute ist hier (so gut wie) gar nichts mehr

In vergangenen Sommern war es immer der erste Gedanke, sobald die Schule vorbei war und die Sonne oben: ab ins Schwimmbad! Und zwar, aber klar, das schönste von allen, das „Zentralschwimmbad Obere Kyll“ im Wirfttal bei Stadtkyll.

Direkt über dem Landal-Ferienpark und herrlich im Wald gelegen, bot die Anlage damals alles, was man brauchte: eine große Liegewiesen, separate Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken, einen Fünf-Meter-Sprungturm für die Mutprobe und eine 70-Meter-Riesenrutsche. Momentan, wo alle in der Mega-Hitze brüten und sich nach Abkühlung sehnen, kann man ruhig noch einmal daran erinnern, dass die Anlage vor fünf Jahren gnadenlos abgerissen wurde, weil kein Geld für eine Sanierung des Schwimmbads da war. Dabei hatte doch der damalige Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Karl Peter Bruch (SPD), bei einem Ortstermin in Stadtkyll noch gesagt: „Da müssen wir was machen.“

Das klang gut. Ganze 40 Prozent der damals kalkulierten Summe von rund vier Millionen Euro stellte das Land als Hilfe in Aussicht. Dann änderten sich die Pläne: Das Bad sollte verkleinert werden. War aber immer noch teuer. Man machte dann: nichts.

Das Aus für die beliebte Anlage, in der Tausende Eifeler Kinder schwimmen lernten und Pommes verdrückten, war besiegelt. Also ließ man alles abreißen, Schlamm drübergießen, Gras wachsen. Und heute? Findet man dort einen Hundeparcours. Schön für Hundefreunde.

Erst Abriss, dann Schlamm drüber: Seit fünf Jahren existiert das Freibad in Stadtkyll nicht mehr. Foto: Fritz-Peter Linden
Juli 2010: Freibad-Jubiläum in Stadtkyll, 40 Jahre nach der Eröffnung. Bald danach war es aus. Foto: Fritz-Peter Linden
Freibad Stadtkyll: Bericht von der Eröffnung im Juli 1970.. Foto: Fritz-Peter Linden

Und elend traurig. Wo doch jetzt, klimabedingt, die Sommer wieder lang, heiß und trocken werden und die Menschen in die Schwimmbäder rennen.

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