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Vorpremiere mit Schafen, Affen und Selfies: Komiker Kalle Pohl testet vor 50 Zuschauern neues Kabarettprogramm im Kleinen Landcafé

Vorpremiere mit Schafen, Affen und Selfies: Komiker Kalle Pohl testet vor 50 Zuschauern neues Kabarettprogramm im Kleinen Landcafé

Im Kleinen Landcafé in Kerpen erleben rund 50 Gäste die Vorpremiere der aktuellen Bühnenshow "Selfi in Delfi" des bekannten Komikers Kalle Pohl. Das einstimmige Urteil des Publikums: Er darf weitermachen.

Kerpen. Vorpremiere vor ausverkauftem Saal: So manchem Künstler treibt das den Angstschweiß auf die Stirn. Vielleicht nicht unbedingt dann, wenn es sich um das "Kleine Landcafé" handelt, das mit rund 50 Zuschauern bereits rappelvoll ist. Und schon gar nicht, wenn der Hauptakteur des Abends seit mehr als über 35 Jahren auf der Bühne steht.
Den besonderen Reiz einer Premiere vor der Premiere beschreibt einer der Zuschauer vor der Vorstellung so: "Das Programm ist heute noch nicht eingeschliffen, und vielleicht hakt es etwas." Es sei spannend zu beobachten, wie Kalle Pohl die Reaktionen des Publikums umsetzen wird. "Morgen ist das Programm vielleicht schon ganz anders." Doch der Kabarettist, Musiker, Schauspieler und Autor Kalle Pohl ist ein alter Hase im Showgeschäft - auch wenn er ab und zu noch Texte ablesen muss, ist von Haken und Ösen nichts zu spüren. Sollte es sie geben, dann kennt nur Pohl die Schwachstellen seines brandneuen Kabarettprogramms "Selfi in Delfi".
Der Mann, den die allermeisten Deutschen aus dem Fernsehformat "7 Tage, 7 Köpfe" kennen, liefert einen souveränen Auftritt ab und begeistert das Publikum im Kleinen Landcafé.
Selbstverständlich sind auch seine Bühnenfiguren Heinz Spack und Tante Mimi dabei. Außerdem ein arroganter Fernsehverkäufer, ein verzweifelter Reiseleiter, ein schwarzes Schaf und als leuchtendes Beispiel für ein friedvolles Miteinander: die Bonobo-Schimpansen, mit denen der Mensch immerhin 99 Prozent der Gene gemeinsam hat. "Die Bonobos haben fast ununterbrochen Sex und von daher gar keine Zeit, Kriege zu führen", erklärt Pohl. Tante Mimi und Heinz Spack schalten sich ununterbrochen in die Geschichten Kalle Pohls ein und sorgen für Chaos und Gelächter - eine tolle schauspielerische Leistung, denn Pohl ist in der Lage, in Sekundenbruchteilen Mimik, Stimme und Körperhaltung seiner Bühnenfiguren anzunehmen und blitzschnell umzuschalten. Neben Heinz Spacks wahnwitziger Reise zum Orakel von Delphi, die dem Programm den Namen gab, präsentiert Pohl die Weltpremiere seines Musicals in gefühlten zwei Minuten. So weit, so lustig - das ist Kalle Pohl, wie man ihn erwartet.
Die Überraschung ist, dass der kleine, laute Mann innerhalb seines Programms auch Ernstes (Islamophobie) und Gefühlvolles einbaut. Seine durchweg schönen Lieder zum Akkordeon quittiert das Publikum mit viel Applaus.
Aber auch dabei lässt Kalle Pohl dem Schalk in seinem Nacken freien Raum: Ein Lied mit dem Namen "Titten" muss auch mal sein. "Das war wohl eine Nummer zu hart für diese Runde", merkt er danach an. Wer weiß, vielleicht ist dieses Lied bei der nächsten Vorstellung nicht mehr dabei. now