Vorsicht, Herr Richter!

Vorsicht, Herr Richter!

Wie soll da noch die Demokratie überleben, wenn jetzt schon die Bürgermeister Tag für Tag (und selbst im Ruhestand noch) fürchten müssen, wegen irgendwelcher Lappalien in den Knast zu wandern? Da meldet sich doch bald keiner mehr für den Job.

Wo es doch schon schwierig genug für die Parteien ist, überhaupt ihre Liste für die nächste Wahl voll zu bekommen. Und dann, Herr Richter? Bedenken Sie: Adolf Rodermann hat es bestimmt nur gut gemeint und seine Mitarbeiter entsprechend ihren Neigungen und Fähigkeiten eingesetzt. So durfte einer in den vorzeitigen Ruhestand, andere wurden versetzt, befördert oder nebenbei gut entlohnt. Je nach Wunsch - aber wessen? Gutsherrenart? Ich bitte Sie! Doch nicht im Gerolsteiner Rathaus. Überhaupt: Nachkarten dürfte ohnehin nicht gelten, Herr Oberstaatsanwalt. Sind doch alle nicht mehr im Dienst. Was soll die Juristerei da noch? Auch Ihre Bemerkung, dass das Vorgehen "dreist" war, scheint mir ein wenig zu dicke. Und zeugt vor allem nicht von Feingefühl. Wo Herr Rodermann doch schon gegen Ende seiner Amtszeit von Parteifreunden - na, sagen wir Parteikollegen - nicht gerade mit Samthandschuhen angepackt wurde. Oder was würden Sie sagen, wenn Sie jemand als "aus der Rumpelkiste gezaubert" charakterisieren würde? Da wird man doch mal poltern dürfen. Und wenn man nicht mal mehr im eigenen (Rat-)Haus das Sagen hat, wo dann überhaupt? Also Vorsicht, Herr Richter! Es steht das Ansehen der Bürgermeister und somit das Funktionieren der Kommunen, kurzum ein wichtiger Pfeiler unserer Demokratie, auf dem Spiel. Da kann man doch schlecht mit ein paar läppischen Tausend Euro kommen, die der ein oder andere zu viel oder zu Unrecht bekommen haben soll. Fällt doch bei den Schulden der Kommunen eh nicht mehr ins Gewicht. Und so weit ich mich erinnern kann, hat schon lange kein Bürger mehr gefragt, was mit seinen Steuergeldern geschieht. Aber vielleicht geht es den Herren Staatsanwalt und Richter ja genau darum: die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die politischen Verantwortungsträger, überlegt

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