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Vulkaneifel: Auch in Berndorf und Oberbettingen blieben Tonnen stehen

Müllabfuhr : Abfall: auch Berndorf und Oberbettingen ohne Abfuhr

In zwei weiteren Dörfern in der Vulkaneifel ist an Silvester und am Montag, 4. Januar, nicht überall der Müll abgeholt worden: Berndorf und Oberbettingen.

Ärger um ausgefallene Mülltouren, zum Dritten: Wie der TV am Dienstag und Mittwoch berichtete, fuhr der Müllwagen bereits an Silvester in Kerschenbach, Lissendorf und Stadtkyll und am Montag dieser Woche in Walsdorf-Zilsdorf und Oberehe-Stroheich eine Reihe von Straßen nicht an.

Das Gleiche erfahren wir jetzt auch aus Berndorf und Oberbettingen: Damit erstrecken sich die ausgefallenen Leerungen auf mittlerweile sieben Gemeinden in der Vulkaneifel. Als Grund für die Ausfälle hatte der zuständige Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) die winterlichen Wetterbedingungen angegeben. In den Dörfern widersprachen Bürger und Gemeindechefs: So schwierig sei die Lage nicht gewesen.

Jetzt ärgert man sich über ungeleerte Behälter auch in Berndorf: „Für viele Bürger ist es die erste Abholung im neuen Jahr, und die Tonnen sind voll“, schreibt der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde, Paul Becker, in einer E-Mail an den Zweckverband, an Landrat Heinz-Peter Thiel und an Hans Peter Böffgen, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, und fragt: „Was haben die Fahrer früher geleistet, als es noch richtigen Schnee in den Straßen gab? Können wir uns als Ortsgemeinde jetzt darauf einstellen, dass bei fünf bis zehn Zentimetern Schnee wir nicht mehr befahren werden?“

Außerdem könne er nicht verstehen, dass „mit zwei verschiedenen Maßstäben“ gearbeitet werde: Denn ebenfalls am Montag, schreibt Becker, „wurden bei uns die Biomüllcontainer geleert. Eine dieser Tonnen befindet sich an einer der höchsten Stellen im Ort (Gemeinde- und Vereinshaus) und wurde gegen 10 Uhr angefahren.“ Der Restmüll hingegen sei stehengeblieben.  In seinem Berufsleben habe er gelernt, der Kunde sei König, „das trifft für Ihre Dienstleistungen in diesem Fall nicht zu“.

Dass der Biomüll in Berndorf abgeholt worden sei, habe einen einfachen Grund, sagt Kirsten Kielholtz, Pressesprecherin des A.R.T.: „Den Biomüll machen wir“ – das heißt: mit eigenen Fahrern und Wagen. Den Restmüll hingegen hole Remondis ab – oder, in diesem Fall, eben nicht: „Wenn der Fahrer von Remondis sagt: Ist mir zu heiß, mache ich nicht, dann kann ihn keiner dazu zwingen“, sagt Kirsten Kielholtz.

Im Telefonat mit dem TV weist Becker dann außerdem darauf hin, dass bereits am Silvestertag auch in Oberbettingen Abfall nicht abgeholt worden sei: „Die Straßen waren frei, das ist so“, sagt Oberbettingens Ortsbürgermeister Hans-Jakob Meyer anschließend im Gespräch mit dem TV – auch zu seinem Aussiedlerhof zwischen Oberbettingen und Basberg. Wie es nun weitergehen und künftig eine sicherere Abholung gewährleistet werden könne, „das will ich jetzt prüfen“, sagt Meyer.

Zum Thema hat sich am Donnerstag auch Ralf Becker aus Badem im Eifelkreis Bitburg-Prüm gemeldet und spielt auf unsere Überschrift vom Artikel des gleichen Tages an: „Die Suche nach der sauberen Lösung: Schneeketten!“, schreibt er. Die gebe es schließlich für schwere LKW seit Jahrzehnten. Becker weiß, wovon er spricht: „Ich fahre Winterdienst in der Vulkaneifel im Auftrag des LBM (Landesbetrieb Mobilität Gerolstein, Anm.), hier steht im Vertragswerk, dass Schneeketten in ausreichender Anzahl mitzuführen sind und diese erforderlichenfalls einzusetzen sind.“

Da müsse er sich fragen. wo denn das Problem sei: „Schneeketten aufziehen zu zweit – ich muss es alleine machen – darf wohl kein Thema sein. Im Winterdienst gibt es auch keine Ausreden. Hier Bilder von verschneiten Straßen zu machen, kann ja wohl nicht die Lösung sein.  Der Beitrag für eine solche Lösung wäre für einen Cent pro Mülltonnen-Leerung zu bekommen.“

Beckers Fazit: „Der A.R.T. sitzt hier auf einem sehr hohem Ross. Wenn hier Umlaufzeiten und Verträge so stramm verhandelt werden, wundern solche Probleme einen nicht.“