Vulkaneifel macht sich fit für Eis und Schnee

1200 Tonnen in Daun und 700 Tonnen in Gerolstein: Die Salzlager in der Vulkaneifel sind gefüllt, der Winter kann kommen. Wie lange die Vorräte aber diesmal reichen, hängt allein von der Witterung ab.

Daun/Gerolstein. Mit viel Schwung fährt Gerd Hunz von der Dauner Straßenmeisterei in Pützborn seinen Radlader vorwärts: Die Schaufel des allradbetriebenen Fahrzeugs ist voller Salz - Salz, das in den kommenden Monaten auf den Straßen des Vulkaneifelkreises verteilt werden soll.
1200 Tonnen Salz lagern seit vergangener Woche im Depot im Dauner Stadtteil Pützborn. Für den gesamten Winter reicht das mit Sicherheit nicht. "Wenn wir heftigen Schneefall haben, reicht das zwei bis drei Wochen", schätzt Hunz.
Insgesamt hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein, der für 2371 Straßenkilometer im Vulkaneifelkreis sowie im Eifelkreis Bitburg-Prüm zuständig ist, im vergangenen Winter mehr als 28 000 Tonnen Salz auf den Straßen der Eifel verstreut. Das waren etwa 500 Tonnen mehr als im Winter 2009-2010. In einem Durchschnitsswinter, so erklärt der LBM, verbrauche man lediglich 18 500 Tonnen Salz. Eine Tonne Streusalz kostet immerhin rund 100 Euro.
Zum Problem werden im Winter nicht nur die Bundesstraßen außerhalb der Ortschaften. Auch in den Städten in der Vulkaneifel wurde im vergangenen Jahr das Streusalz knapp.
Die Stadt Daun, die über kein eigenes Salzlager verfügt, muss, um ihre fünf Räum- und Streufahrzeuge zu beladen, auf den Bestand in der Masterstraßenmeisterei in Pützborn zurückgreifen. Im vergangenen Jahr hat die Stadt sich 500 Tonnen Salz aus Pützborn genommen.
"Von dort aus wird frühzeitig eine Nachbestellung veranlasst, sofern notwendig", erklärt Arnold Schneider, Büroleiter der Verbandsgemeindeverwaltung in Daun.
Auch der Büroleiter führt den Streusalzmangel im vergangenen Winter auf die für Mitteleuropa ungewöhnliche Witterung zurück, wegen der man bereits früh anfangen musste zu streuen. Die Salzindustrie konnte die erhöhte Nachfrage nicht bedienen. "Wegen der Verknappung haben wir den Salzeinsatz stark einschränken müssen", sagt Schneider. Lediglich die Zufahrten zum Krankenhaus und zu den Schulen seien ständig "abgesalzt" worden. Das habe erstaunlich gut funktioniert.
In Gerolstein hatten die Fahrer der drei städtischen Räumfahrzeuge außer dem Streusalzengpass noch andere Probleme: Nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung haben zudem parkende Autos in der Brunnenstadt das Vorankommen der Räumfahrzeuge zum Teil behindert.
Zumindest das Streusalz-Problem liegt in der öffentlichen Hand: Im vergangenen Winter sind nach Angaben der Verwaltung 600 Tonnen Salz verstreut worden. Jetzt sind bereits 700 Tonnen eingelagert.
An der Strategie für den Winterdienst hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr nichts geändert: "Wir werden den Winterdienst weiterthin witterungsangepasst ausführen", erklärt Arnold Schneider aus Daun.Extra

M+S-Reifen (Matsch-und-Schnee-Reifen), umgangssprachlich Winterreifen genannt, sind seit Oktober 2010 dann vorgeschrieben, wenn die Fahrzeuge laut Straßenverkehrsordnung "bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte" unterwegs sind. Wer bei solchen Verhältnissen mit Sommerreifen von einer Polizeikontrolle erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro rechnen. Behindert man mit seinem Fahrzeug deswegen den Verkehr, verdoppelt sich sich das Bußgeld auf 80 Euro. Wer bei Schnee und Eis gar nicht fährt, muss sein Auto allerdings auch nicht umrüsten. Ist die Straße trocken und weder von Schnee oder Eis bedeckt, sind Winterreifen keine Pflicht. Und auch ein im Schnee parkendes Auto muss keine Winterreifen tragen, solange es nicht bewegt wird. alo