Vulkaneifel will ran an den Millionentopf

Vulkaneifel will ran an den Millionentopf

Vulkaneifel macht mit: Der Kreis nimmt am Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" teil. Dazu gehört die Erarbeitung eines Konzepts, das auch bei einem Wettbewerb eingereicht werden kann. Der ist mit einem Preisgeld von 1,5 Millionen Euro verbunden.

Daun. Es kommt ja nicht so häufig vor, dass der Kreis Vulkaneifel für die Teilnahme an einem Programm des Bundes ausgewählt wird. Und dann noch für eins, bei dem am Ende eine attraktive finanzielle Unterstützung stehen könnte. Die Rede ist vom Modellvorhaben "Land(auf)Schwung" des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. 39 ländlich geprägte Kreise aus ganz Deutschland sind als mögliche Projektregionen auserkoren worden, drei davon aus Rheinland-Pfalz: Vulkaneifel, Kusel und Südwestpfalz. Am 1. Dezember startet die sogenannte Start- und Qualifizierungsphase, die bis 31. Mai 2015 läuft. In diesem Zeitraum sollen die Kreise ihre wirtschaftliche und strukturelle Ausgangssituation analysieren und auf dieser Grundlage ein Zukunftskonzept entwickeln. Daran federführend beteiligt ist Anja Saupe. Die 35 Jahre alte gebürtige Thüringerin ist seit dem 1. August bei der Kreisverwaltung beschäftigt: als Fachkraft für Demografie sowie Kreis- und Strukturentwicklung. Nach dem Studium in Trier arbeitete sie beim Kreis Trier-Saarburg, von dort ist sie in die Eifel gekommen.
Die Erarbeitung des Konzepts für das Modellvorhaben ist zwar nur eines ihrer Arbeitsfelder, aber sicher eins mit Priorität, denn im Frühjahr kann sich der Kreis damit für die sogenannte Förderphase (Juli 2015 bis Dezember 2018) bewerben.
Bei erfolgreicher Bewerbung gehört er zu den zehn Kreisen, die konkrete Projekte umsetzen können. Und das verbunden mit einer ansehnlichen Finanzausstattung: Den ausgewählten Regionen winkt jeweils eine Förderung von bis zu 1,5 Millionen Euro. Für den klammen Kreis ein guter Grund, mitzumachen.
Gesundheitsvorsorge wichtig


Aber die neue Verwaltungsmitarbeiterin ist nicht für dieses Vorhaben eingestellt worden, sondern all das, was der demografische Wandel für den Kreis mit sich bringt, ist ihr Aufgabengebiet. Ihre Anstellung will Heinz-Peter Hoffmann, Büroleiter der Kreisverwaltung, als "Signal" verstanden wissen.
"Es ist ja nicht so, als hätten wir in diesem Bereich bislang nichts gemacht. So gut wie alle unserer Abteilungen haben sich mit dem demografischen Wandel befasst und Konzepte entwickelt", sagt er. "Aber wir wollen noch schlagkräftiger werden und die Arbeit über die Position von Frau Saupe vernetzen."
Und was sagt die aus der Skatstadt Altenburg stammende Demografie-Fachfrau selbst zu ihren Zielen für den Vulkaneifelkreis? "Meine Aufgabe ist es, Strategien und Maßnahmen zu entwickeln, die dazu dienen, die Lebensqualität hier auch in der Zukunft sicherzustellen", sagt Anja Saupe.
Sie ist mittlerweile in einige bereits laufende Konzeptentwicklungen eingestiegen. Beispiel: Seit dem Frühjahr läuft ein Projekt zur Verbesserung der Gesundheitsvorsorge in der Vulkaneifel, für das Anja Saupe die Federführung übernommen hat.
Saupe hat Soziologie, Ethnologie und Psychologie in Trier studiert und sich dabei besonders intensiv mit den gesellschaftlichen Veränderungen und Umwälzungen auseinandergesetzt. Und die sind auf dem Land bekanntlich besonders gravierend: Seit 1997 gibt es mehr Sterbefälle als Geburten im Kreis Vulkaneifel, ein Grund, warum die Bevölkerungszahl kontinuierlich sinkt. Aber noch sind die Auswirkungen nicht für alle spürbar. Was auch Saupe als Problem erkannt hat: "Wenn es keine persönliche Betroffenheit gibt, wird es auch nicht für nötig befunden, sich damit näher zu beschäftigen." Viele Bestrebungen gehen dahin, für die älteren Bürger die Voraussetzungen zu schaffen, beispielsweise so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können.
"Das ist wichtig und sicher noch ausbaufähig", sagt Anja Saupe, "aber wir müssen auch darauf achten, ein attraktives Umfeld für junge Leute zu ermöglichen."Extra

Der kleinste Kreis in Rheinland-Pfalz, der Kreis Vulkaneifel, ist in den vergangenen Jahren noch kleiner geworden - was die Zahl der Einwohner angeht. Lebten 2010 noch gut 61 000 Menschen zwischen Ormont und Mückeln, werden es 2020 nach Berechnungen des Statistischen Landesamts nur noch um die 55 000 sein. sts

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