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Vulkaneifel zieht Notbremse: Trotz hoher Zahlen keine Ausgangssperre

Corona : Notbremse greift ab Mittwoch im Kreis Vulkaneifel – aber ohne nächtliche Ausgangssperre

Verschärfte Regeln im Kreis Vulkaneifel: Neu ist, dass alkoholische Getränke zwischen 21 und 6 Uhr nicht verkauft werden dürfen. Landrat appelliert: „Bitte über die Feiertage zu Hause bleiben.“

Weil im Kreis Vulkaneifel die Sieben-Tage-Inzidenz seit mehreren Tagen über dem kritischen Wert von 100 liegt, hat die Verwaltung nun auch offiziell die Corona-Notbremse gezogen – allerdings ohne nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. „Die Verwaltung hat einen solchen Schritt als nicht angemessen bewertet und sich gegen eine weitere Einschränkung der Grundrechte entschieden“, heißt es zur Erläuterung aus dem Kreishaus. Anders im Kreis Birkenfeld: Der hat am Montag wegen anhaltend hoher Zahlen über 100 die Sperre angeordnet.

Was gilt ab Mittwoch: Beim Einkaufen im Lebensmitteleinzelhandel, in Getränkemärkten, Drogerien, Zeitschriften- und Buchläden und  Baumärkten ändert sich nichts. Einkaufen im sonstigen Einzelhandel ist nur nach Terminvereinbarung möglich, eingeschränkt mit nur einer Person oder einem Hausstand pro Termin, unabhängig von der Größe des Geschäftes.

Kosmetik-, Tattoo- und Piercingstudios werden geschlossen. Optiker und  Hörgeräteakustiker dürfen ihre Betriebe nach wie vor offen halten, was auch für Physio-, Ergo-, und Logotherapie-Praxen sowie für Fußpflege gilt. Frisöre bleiben geöffnet, sind aber zur Kontaktdatenerfassung und zur vorherigen Terminvergabe verpflichtet. Die Gastronomie, auch die Außengastronomie, ist geschlossen, Abhol- und Lieferdienste sind wie bis dato erlaubt.

Sport ist im Freien allein, zu zweit oder mit Personen, die dem eigenen Hausstand angehören, zulässig. Beim Sport gilt das Abstandsgebot. Training und Wettkampfsituationen im Amateur- und Freizeitsport sind untersagt. Museen sind geschlossen, Tierparks sind nur im Außenbereich geöffnet.

Neu ist, dass Tankstellen, Kiosken, Einzelhandelsgeschäften und Supermärkten untersagt ist, zwischen 21 und 6 Uhr alkoholische Getränke zu verkaufen.

 „Ich habe sehr gehofft, dass wir der Bevölkerung in dieser schwierigen Zeit nicht noch mehr Einschränken auferlegen müssen“, sagt der scheidende Landrat Heinz-Peter Thiel. „Allerdings steigen die Infektionszahlen, bedingt durch Virusmutationen, weiter rasant. Ich appelliere daher wiederholt an die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises, alle Regeln konsequent einzuhalten, die Situation weiter ernst zu nehmen und gerade über die Osterfeiertage zu Hause zu bleiben.“

Thiel sagt auch: „Wir brauchen dringend ein Umdenken in der Strategie, denn der Inzidenzwert kann nur ein Merkmal sein. Wir haben bereits eine gute Impfquote im Kreis, auch das muss berücksichtigt werden. Wir brauchen flächendeckende Schnelltests, die jeder selbst durchführen kann, und ein schnelles Impfen der Bevölkerung.“

Der Landrat fordert zudem: „Die niedergelassenen Ärzte müssen endlich impfen dürfen und Priorisierung muss pragmatisch die vulnerablen Gruppen berücksichtigen, aber schnellstmöglich für kontaktintensive Gruppen von der Jugend bis Mitte 60 öffnen. Wir müssen die impfen, die am stärksten Kontakte haben, und das sind nicht die älteren Bürgerinnen und Bürger.“ Die vom Landrat unterzeichnete Verfügung gilt vom 31. März bis 7. April.