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Vulkaneifeler schildert seine Quarantäneerfahrungen

Kostenpflichtiger Inhalt: Pandemie : Aus dem Urlaub direkt in die Quarantäne: Ein Betroffener erzählt

Ein Vulkaneifeler schildert seine Erfahrungen, nachdem er positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Es sollte für Ralf Spaller (Name von der Redaktion geändert) ein entspannender Urlaub werden, doch die Folgen waren für den Mann nicht absehbar. Wie viele Reiserückkehrer erfuhr er schon auf dem Heimweg davon, dass die Region, in der er sich aufhielt, zum Corona-Risikogebiet erklärt wurde und schon kamen die Sorgen –  und sie waren nicht unberechtigt.

Direkt nach dem Urlaub wurde Spaller positiv auf Corona getestet - drei Wochen verbrachte er in häuslicher Quarantäne – mit seinen Erfahrungen möchte er dazu beitragen, anderen Menschen daheim in der Vulkaneifel eine ganz bestimmte Angst zu nehmen: „Ich lebe jetzt seit fast drei Wochen in Quarantäne. Und ich kann sagen: Einfach zu Hause bleiben, das ist nicht schwer, das geht.“ Vor allem dies ist die Botschaft, die er vermitteln will, aber auch: „Die Pandemie ist absolut ernst zu nehmen, das darf man nicht verharmlosen. Gerade darum sollten sich alle an die Beschränkungen halten.“

Er selbst war nicht leichtfertig in Urlaub gefahren, sondern hatte sich – wie seine Mitreisenden – über die Situation im Zielgebiet informiert. Ein Gesundheitsamt in der Eifel, allerdings nicht das eigene heimische, hatte keine Bedenken geäußert, auch Schulfahrten waren zu dem Zeitpunkt noch möglich. „Am letzten Tag vor unserer Rückreise erfuhren wir, dass die Ferienregion, in der wir waren, zum Risikogebiet erklärt worden war.“

Noch während der Rückfahrt rief er Volker Schneiders vom Vulkaneifeler Gesundheitsamt an aus Sorge, infiziert zu sein und möglicherweise andere anzustecken. „Als wir in Daun eintrafen, wurde sofort ein Abstrich gemacht. Sowohl die positiv Getesteten wie die anderen unserer Reisegruppe kamen unverzüglich in Quarantäne.“

Keine überflüssige Maßnahme, denn rasch zeigten auch die anderen Tests: Alle Reisenden hatten sich mit Corona infiziert … auch ohne exzessive Partys im Skigebiet und ohne engen Kontakt zu anderen Touristen. „Es kann offenbar jeden treffen“, so sein Fazit. Gerade darum ist aus seiner Sicht gutes Krisenmanagement auch in der Eifel wichtig.

„Ohne diesen sehr schnellen und richtigen Umgang mit der Infektion hätten wir in der Vulkaneifel sicher mehr Fälle als bisher. Ich bin einfach begeistert davon, wie professionell und effektiv hier die Verantwortlichen in Kreisverwaltung und Gesundheitsamt vorgehen.“

Seit seiner Rückkehr aus dem Urlaub lebt er in einer abgesonderten Wohnung mit einem Mitbetroffenen in einer Art Corona-WG. „Ich hätte mit Ausnahme eines zeitweisen Verlustes des Geschmackssinns gar nicht gemerkt, dass ich krank bin … vielleicht ein bisschen Schnupfen“, beschreibt er die für ihn milden Symptome.

„Ich hatte schon den ersten Negativtest, ein zweiter muss noch kommen. Wenn mein Mitbewohner auch negativ getestet wird, können wir aus der Quarantäne raus.“ Der Negativtest muss noch in der Quarantäne-Wohnung gemacht werden.

Um dies zu gewährleisten, engagieren sich in der Vulkaneifel auch Ärzte im Ruhestand. Es geht also voran. „Aber vor allem will ich jetzt aufklären: Zu Hause bleiben ist gar nicht schlimm!“

Wie kritisch und bedrohlich es wegen der Pandemie andernorts aussieht, weiß er aus den Medien. „In diesen Tagen habe ich natürlich viel ferngesehen und gelesen, auch viel geschlafen und viel Zeit gehabt, selbst zu kochen. Versorgt werden wir von unseren Familien oder Mitarbeitern, die uns Lebensmitteln in den Flur stellen. Und ich kann einige Arbeiten hier im Home Office machen, mich etwa um Soforthilfen für den Neustart kümmern. Es ist also erträglich.“

Dennoch freut er sich, wenn er – dann gegen das Virus immun und selbst nicht ansteckend – bald wieder rausgehen kann. „Allerdings sagte man mir schon, dass ich auf eine andere Stadt als früher treffen werde. Es ist teils gespenstisch still.“ Er will daran mitwirken, dass die Stadt nach der Pandemie genauso lebendig ist wie vorher.