Vulkaneifelkreis lässt weitere Kreisstraßen ausbauen

Straßenbau : Schluss mit den Buckelpisten

Schon 2016 wurden die Kreisstraßen 9, 12 und 95 nach einer Untersuchung als „erheblich beschädigt“ eingestuft. Es bestehe ein dringender, unabweisbarer Ausbaubedarf – nun soll tatsächlich bald etwas passieren.

Sie führen bergauf und bergab, durch Wälder und entlang von Feldern, mal schnurgerade und dann wieder gewunden wie die Kyll: Ohne das 348 Kilometer lange Kreisstraßennetz gäbe es in der Vulkaneifel kein Vorankommen. Das weitläufige System ist allerdings filigran und empfindlich. Lastverkehr und Witterung setzen den Kreisstraßen zu und teils sind Sanierungen seit Jahren dringend geboten, in den kommenden Monaten soll es aber an einigen Stellen endlich vorangehen – nicht durch schnödes Löcherstopfen, sondern mittels umfassender Sanierungen.

„Jährlich werden zwischen zweieinhalb und drei Millionen Euro in den Ausbau und die Instandhaltung gesteckt“, sagt Josef Arens vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein. Auch in diesem Jahre werde dieser Investitionsrahmen ungefähr in dieser Höhe liegen. Bereits im April hat der Kreisausschuss einstimmig einem Paket zugestimmt, das Arbeiten an fünf Projekten auf den Weg bringt und knapp 2,2 Millionen Euro kosten wird. Einstimmig beauftragte der Ausschuss den Kreisvorstand, die Arbeiten demnächst auszuschreiben. „Einige sollen bereits im Herbst umgesetzt werden“, sagt Arens.

Besonders rund um Oberstadtfeld, Steinborn und Kaperich dürften die Sanierungen teils sehnsüchtig erwartet werden. Schon 2016 wurden die drei Kreisstraßen 9, 12 und 95 auf ihren Zustand untersucht und als „rot“ bewertet, teilt die Kreisverwaltung in ihrer Beschlussvorlage dem Ausschuss mit. Dies signalisiere einen dringenden und unabweisbaren Ausbaubedarf.

Die Verwaltung weist auch darauf hin, dass der Landkreis hier von einer erhöhten Förderquote für den Ausbau „freier“ Streckenabschnitte profitiere. Das Land übernimmt 77 Prozent der Kosten.

Für den Ausbau der K♦9 bei Oberstadtfeld auf 2,3 Kilometern werden die Gesamtkosten auf 530♦000 Euro geschätzt. Das Land trägt davon 408♦100 Euro, der Kreisanteil liegt damit bei 121♦900 Euro.

Die Instandsetzung der K♦12 zwischen Steinborn und Waldkönigen wird voraussichtlich 600♦000 Euro kosten (Land: 462♦000 Euro; Kreis: 138♦000 Euro).

Für die Sanierung der K♦95 auf 1,6 Kilometern bei Kaperich und Höchstberg rechnet man mit Kosten in Höhe von 300♦000 Euro (Land: 237♦000 Euro; Kreis: 63♦000).

Laut Arens sollen die Arbeiten an der K♦12 und der K♦95 am 30. Juli ausgeschrieben werden. „Noch im Herbst diesen Jahres möchten wir mit den Bauarbeiten beginnen“, sagt Arens. Bei Oberstadtfeld wird man sich noch etwas gedulden müssen. „Die Maßnahme soll im Herbst dieses Jahres ausgeschrieben werden. Der Bau ist für 2020 vorgesehen“, sagt er.

Auch die Erneuerung des Kreisverkehrs an der K 25 und der K 26 bei Strohn werde dann voraussichtlich ausgeschrieben. „Wir hoffen, dort im Frühjahr beginnen zu können. Auch hier erfolgte 2016 eine ‚rote’ Bewertung“, informiert die Verwaltung den Ausschuss. Einfach stopfen kann man die Risse, Löcher und Bruchstellen dort nicht.

Die Verwaltung weist in ihrer Beschlussvorlage darauf hin, dass der Schwerlastverkehr den Kreisverkehr dafür einfach zu sehr belaste. Die Sanierung des Kreisverkehrs ist Bestandteil des geplanten Ausbaus der K 59 und K 65 in der Ortsdurchfahrt Brück. Weil für die Arbeiten dort aber im laufenden Jahr sowohl Planungen als auch Baurecht fehlten, sei auch die Kreisverkehrssanierung auf 2020 verschoben worden.

Ein seit langem erwartetes Sanierungsprojekt wird übrigens schnell umgesetzt. Im Ausbaupaket „Großraum Steffeln-Auel“ war eigentlich die Instandsetzung der Kreuzung K50/L10 bei Oberbettingen vorgesehen. Er „konnte allerdings wegen fehlendem Baurecht nicht wie vorgesehen umgesetzt werden“, berichtet die Verwaltung.

Erst im vergangenen Jahr sei es bei einem umfangreichen Verwaltungsstreitverfahren gelungen, das Baurecht zu erlangen. „Demnächst sollen dort die Bauarbeiten beginnen“, sagt Arens. Das Projekt wird etwa 175 000 Euro kosten – davon muss der Kreis voraussichtlich 43♦750 Euro tragen.

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