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Wachholderheide in Bleckhausen begeistert Naturfreunde

Natur : Wachholderheide in Bleckhausen begeistert Naturfreunde

Das landschaftliche Biotop bei Bleckhausen erfährt regelmäßige Pflege und ist immer einen Besuch wert.

Die bekannteste Wacholderheide, ein streng geschützter Naturwuchs mit eigenem Charakter, den alte, hochgewachsene Wacholdersträucher bis zu sechs Meter Höhe bilden, gibt es in Bleckhausen.

Dieses Naturschutzgebiet wurde von der Bezirksregierung Trier am 17. November 1937 ausgewiesen. Das Gebiet erstreckt sich fast über drei Hektar und ist das größte seiner Art in der gesamten Eifel. Man findet es südöstlich des Dorfes Bleckhausen, nördlich der Stadt Manderscheid im Forstdistrikt „Etgestalerkopf“, in einem Waldbereich.

Eine „wilde und doch aufgeräumte Schönheit“, so schreiben es Naturfreunde in ihre Erlebnisberichte. Bereits seit 1991 kümmert sich auch Biotopbetreuer, Diplom-Agrar-Ingenieur, Gerd Ostermann aus Birgel um diese Landschaft, und er sagt: „Dort ist schon viel passiert. Bis heute wird dort seit 2011 einmal jährlich mit Schafen beweidet und die Gehölze nachgeschnitten. Flora und Fauna werden geschützt. Auch die jungen Wacholderkeimlinge wachsen und gedeihen, so dass für Nachwuchs gesorgt ist. Es erfolgt die Etablierung neuer Wacholderkeimlinge. Typische Heidevegitationen wie Borstgras und Heidekraut erholen sich und breiten sich auch aus.“

Zu den geschützten Heidebewohnern gehören auch Tiere, wie die Heide-Lerche, der Milan oder der Sperber. Heute übernehmen die Dorfvereine  und verschiedene Gruppen  die gestalterischen Arbeiten im Wacholdergebiet, dem man so ansieht, dass es eine vielseitige Pflege erfährt.

Auch  Markus Göbel, Bleckhausens Ortsbürgermeister, hat sich mit der besonderen Landschaft seines Dorfes befasst. Er erklärt: „Seit ein paar Jahren gibt es in Bleckhausen den Wacholder-Kyll-Weg, ein 14 Kilometer langer Wanderweg, der direkt an der Wacholderheide vorbeiführt.“ Er wurde zusammen mit dem „Wanderparkplatz“ (Ortsausgang Richtung Manderscheid) von der Ortsgemeinde angelegt.

„Im Laufe des Jahres besuchen dadurch auch sehr viele Wanderer unsere Heide. Besonders in diesem Jahr, bedingt durch die Corona-Pandemie, war ein deutlich höheres Besucheraufkommen feststellbar. An der Wacholderheide befindet sich eine Hütte, die zur Rast einlädt. Auch mehrere Ruhebänke und ein Waldsofa stehen zur Rast bereit. Diese Heide befindet sich auf kalkreichem Boden, was eine Besonderheit ist“, sagt  der Orts-Chef.

  Die Wacholderheiden sind durch den Menschen geschaffen worden. Immer da, wo es eine intensive Beweidung durch Ziegen und Schafe gab, konnte nur der Wacholder überleben, da er nicht von den Weidetieren gefressen wurde. Bis ins 20. Jahrhundert waren weite Teile der Eifel von Wacholderheiden bedeckt. Heute gibt es noch kleine Reste dieser Heiden in der Eifel. Die Bleckhausener Wacholderheide gehört dazu.“ Von den Bleckhausener Vereinen und verschiedenen Gruppen wurden auch  Arbeiten vorgenommen, um eine Verbuschung zu verhindern. Für die Pflege ist die Naturschutzbehörde des Landkreises zuständig.

Der Bleckhausener Ortsbürgermeister rät allen Naturfreunden: „Die Heide ist eigentlich bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Sie stellt sich in den verschiedenen Jahreszeiten unterschiedlich dar. Wann sie am schönsten ist, muss jeder Besucher selbst entscheiden.“

Die Gemeinde plant für 2021– falls es die Corona-Krise  erlaubt – wieder einen großen Dorfmarkt, auf dem regionale Produkte mit Bezug auf die Wacholderheide ihren Platz finden wie Wildschinken über Wacholder geräuchert, Wacholderschnaps und Heidehonig.