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Wahl-Eifelerin verlässt das aufwendig sanierte älteste Haus von Schutz

Dorfentwicklung : Das Herz ans „Mätthessen-Haus“ verloren

 Renate Wittkuhn-Ring hat ein Haus in Schutz renoviert, darin gelebt und darin Kunst präsentiert. Nun nimmt sie Abschied.

„Ich wollte ein altes Haus haben, und dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen“, sagt Renate Wittkuhn-Ring. Wie schon mehrfach zu unterschiedlichen Anlässen erzählt die Diplom-Designerin und freischaffende Künstlerin nun auch im TV-Gespräch  ein weiteres Kapitel aus der Geschichte des „Mätthessen-Haus“ genannten ehemaligen Bauerngehöfts im Schutzer Burbergweg.

Endet doch für sie im Mai die Lebensphase in dem Haus, das sie 1993 entdeckte („ruinös, aber ganz entzückend“) und 1994 kaufte. Sie ließ es unter Denkmalschutz stellen und bezog es 1997.

Im Laufe der Folgejahre schuf sie ein Sälchen für Kurse und Kulturveranstaltungen und eine Galerie für die eigenen Kunstwerke im ehemaligen Kuhstall. Die Renovierung des Objekts gilt in Fachkreisen als vorbildlich; der Bauherrin wird ein großes Gespür für Gestalt, Charakter und Baustoffe bei gleichzeitigem Bedürfnis nach modernem Komfort bescheinigt.

   „Es sind Vernunftgründe“, erklärt Renate Wittkuhn-Ring zu ihrem Umzug in eine Mietwohnung in einem modernen Neubau im Bonner Stadtteil Holzlar. Sie stammt ursprünglich ganz aus der Nähe, nämlich aus Bad Godesberg. Und lebte vor ihrem Umzug in die Eifel mehrere Jahre in Bonn; wo es noch Freunde gebe, sagt sie.

    Renate Wittkuhn-Ring war schon dreifache Mutter, als sie ihrerzeit an der Werkkunstschule in Krefeld ein Design-Studium absolvierte. Nach dem Diplom arbeitete sie 17 Jahre lang als Kursleiterin an den Volkshochschulen Ratingen und Bonn. Später, während ihrer Schutzer Zeit, gab sie Unterricht bei der Weggemeinschaft Vulkaneifel in Darscheid und war stets auch freischaffend künstlerisch tätig.

Ihre Beteiligung an Ausstellungen etwa in der Alten Mühle der Abtei Himmerod und in der Galerie von Marita May in Daun-Pützborn, waren viel beachtet (der TV berichtete).

   Und wenn sie auch schwärmt: „Mein Herz hängt am Mätthessen-Haus. Ich habe viele gute Freunde hier gewonnen. Die Landschaft ist unglaublich schön.

Und für meine inzwischen erwachsenen vier Enkelkinder waren die Besuche und die Schulferien hier das Paradies auf Erden“ – so vollziehe sie den Umzug nun doch ganz selbstbestimmt.

„Ich kann alles selbst regeln von der Auflösung der Werkstatt bis zur Verkleinerung des Haushalts“, erklärt sie. Sie rücke näher an die Wohnorte von zwei ihrer drei Kinder mit Familien, betont sie. Und weiß: „Ich habe fünf Adressen in der Vulkaneifel, wo ich übernachten kann, wenn ich zu Besuch komme.“  Wovon sie mit Sicherheit Gebrauch machen werde.

Was Renate Wittkuhn-Ring den Abschied von ihrem Haus in Schutz erleichtert, ist der Umstand, dass ein Enkel von Reinhold und Maria Tombers es gekauft hat und im Sommer einzieht. Bei dem inzwischen verstorbenen Ehepaar Tombers handelt es sich um die Vorbesitzer und damaligen Verkäufer des Hauses (siehe dazu auch die Ausführungen zur Geschichte des Hauses im zweiten Text).