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Waldbauern vermarkten Holz gemeinsam

Waldbauern vermarkten Holz gemeinsam

Viele der rund 11 000 Privatwaldbesitzer im Kreis Vulkaneifel haben ein großes Problem: Um vom Rohstoff Holz zu profitieren, müssen sie viel Aufwand betreiben - und der ist oft zu teuer. Um die Holzvorräte der Privatwälder zu mobilisieren, haben drei Waldbauvereine neue Möglichkeiten für die Vermarktung aufgezeigt.

Darscheid/Gerolstein/Daun. Gerade mal eineinhalb Hektar Wald gehören Helmut Boos - und die teilt er sich mit fünf anderen Erben. "Das ist eine wirklich sehr kleine Fläche", meint er. Trotzdem würde er die Holzressourcen, die in seinem Waldstück schlummern, gerne nutzen. Schließlich steigt aktuell die Nachfrage nach dem natürlichen Rohstoff.

"Nach dem großen Sturm liegt viel Holz einfach nur rum und verrottet. Das ist doch wirklich zu schade", erklärt er. Um Privatwaldbesitzern wie Helmut Boos zu helfen, hat der Waldbauverein Daun, der Zusammenschluss für die Privatwaldbesitzer im Landkreis Vulkaneifel, gemeinsam mit den Waldbauvereinen Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell eine Tagung in der Darscheider Gemeindehalle organisiert. Vertreter aus der Forstwirtschaft und Unternehmen haben den Waldbesitzern Möglichkeiten gezeigt, wie sie den Rohstoff Holz profitbringend vermarkten können. Allein im Kreis Vulkaneifel gibt es 11 000 Privatwaldbesitzer, denen insgesamt 7000 Hektar Wald gehören. "Es ist oft schwierig, die Leute zur Holzbewirtschaftung zu bewegen", meint Josef Braun, Geschäftsführer des Waldbauvereins Daun. Viele Erben von Privatwaldgrundstücken seien gar nicht mehr vor Ort. Ein weiteres Problem: Die einzelnen Einheiten des Privatwalds sind häufig sehr klein. Für einen Besitzer alleine ist es dadurch meist zu teuer, das vorhandene Holz zu vermarkten. Allein durch das Abholzen und den Abtransport des Materials entstehen hohe Kosten.

"Waldbesitzer werden in Zukunft immer mehr darauf angewiesen sein, gemeinsam zu handeln", meint Winand Schmitz von den Landesforsten Rheinland-Pfalz. Um Kosten zu sparen, mache es Sinn, wenn sich mehrere Privatwaldbesitzer zusammenschlössen. "Die Parzellen müssen auch nicht zwingend nebeneinanderliegen", macht Schmitz klar.

Ausbau der Waldwegenetze ist äußerst wichtig



Für die Verbindung der unterschiedlichen Grundstücke und auch zum Abtransport des Rohstoffes sind Zufahrtsstraßen eine wichtige Grundvoraussetzung. Diese zu schaffen, ist das Ziel der sogenannten Flurbereinigung. Dabei wird ein ganzes Stück Wald unterteilt und erschlossen. Pro Hektar werden dafür 2000 Euro fällig. 80 Prozent der Kosten übernehmen Bund, Land und die EU. Waldbesitzer Helmut Boos ist nach den Tipps der Experten zuversichtlich, dass er es schafft, schon bald sein Sturmholz zu vermarkten. "Ich werde versuchen, mich mit anderen Waldbesitzern in meiner Nähe zusammenzuschließen." Dann könnte ihm sein geerbter Privatwald endlich Gewinn bringen.